Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 124
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„als Thieren in verschiedenem Verhä'ltnifs zu
„einander." Ist wahr. „Daher müfsen die Organe
„derselben, dafs heilst, diejenigen Theile der
„Materie, durch welche sie ihre Thä'tigkeit a'uf-
„sern, auch verschieden seyn." Folgt gar nicht.
Das Substrat der inneren Seelenthä'tigkeit,
und die Erregungsgrade des Gehirns, so wie
'dessen Einwirkung auf die Hemisphäre und die
Ziirückwirku'ng auf die Organe der Bewegung
können verschieden seyn.

3) Wäre nur ein Organ für alle Geistes-
thä'tigkeiten da , so müfsten 2. B. bei einem
grossen Tonkünstler auch alle andere Organe
exzelliren? halt! bei einem Tonkünstler sind
die Töne das Substrat seiner ferneren Hirnthä'-
tickeit, damit diese bestimmt und hinreichend
vereinzelt in das Hirn ankommen, dazu gehört
ein vollkommenes Hürorgan. Damit sie in dem
Hirn bleibende Eindrücke machen, dazu gehört
eine gehörige Verbreitung der Markfäden des
Hörnerven. Aber dieses alles, ob es gleich zu
einein Tonkünstler wesentliche Bedingungen
sind, bilden noch keinen Musiker. Er mufs
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