Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 139
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ganzen Blutsystemes häufen, nämlich die oxige-
nirten Eyweifs-'toffkügelchen des Blutes, und so
das Mark bilden, welches, sowie es jeden mecha-
nischen Impuls der Aufsenwelt aufnimmt, so
auch durch' den Einflufs auf die Orgaue der
Bewegung gegen dieselbe zurückzuwirken, fähig
wird. Wie kann man nun in einen Theil des
Gehirns ein Geistesorgan setzen, was selbst noch
auf einer niederen Stufe der Ausbildung steht,
was noch nicht Nerve geworden ist ? —

§• "4-

Die pathologischen Veränderungen dieser
Gehirnsubstanz zeigen auch schon deutlich von
ihrer eigenthümlichen Beschaffenheit. Nach Tre-
panationen, wenn die zarte Hirnhaut zerschnit-
ten , und die Oberfläche des Hirns selbst ver-
wundet ist, wächst die graue Hirnsubstanz schnell
durch die Oeffnung hervor, und wenn dieselbe
auch wieder abgeschnitten wird, so wächst sie
doch bald von neuem wieder, und breitet sieh
in einen schwanimichten Körper aus. Der oft
von selbst entstehende Schwamm der harten Hirn-
haut ist nichts anders, als ein solches Hervor-
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