Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 140
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dringen der Rindensubstanz des Gehirns, wenn
in einem Kinde an irgend einer Stelle nicht die
Verknöcherung mit der übrigen Knochenbildung
gleichförmig vor sich geht. Ich kenne einen
jungen Menschen von etwa 25 Jahren , welcher
einen solchen Kopfschwamm gerade oberhalb
der Lamda-Nath hat, sich ganz wohl befindet.
Auch hat man an ihm nicht die geringste An-
lage zur Schwärmerey noch zum Hochmuth ge-
funden, obgleich nach Hrn. Dr. Galls Angaben
dieses Organ bis zu einer enormen Gröfse ange.
wachsen ist. Man sage nicht, dafs dieses Krank-
heit seye, denn es ist hier nichts krankhaftes in
der Beschaffenheit der Hirnsubstanz, die Krank-
heit ist nur hier in der Gröfse der Ausdehnung,
welche die Hirnmafse erlangt hat, welche immer
so wuchert, wennse nicht durch ihre Bedeckun-
gen gehörig eingeschlofsen ist.

Wer wird aber wohl eine solche Substanz,
die noch so ganz Gefäfsverlängerung ist, und als
eine solche sich darstellt, für eia Organ der
Geistesvermögen halten?
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