Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 149
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— 149 —

§. 124-
Die Leidenschaften, von welchen er die
Affekten auszunehmen scheint, welche doch
ganz gewifs hieher gerechnet werden miifsen,
sucht er in einer Ausbildung des Empfindungs-
vermögens, allein damit ist nichts erklärt, viel-
mehr mufs diese Einseitigkeit der Galischen
Erklärungen aufmerksam machen, dafs Hr. Dr.
Gall alle Veränderniig in dem Hirne finde, alle
Wirkungen durch das Hirn auf den Körper er-
klären will, und dafs aus allen seinen Verhand-
lungen es deutlich hervorleuchtet, dafs er die
übrige Organisation des menschlichen Körpers,
wovon doch auch gar Vieles abhängt, gar
nicht kennt.

§• 125-
Jede einfache Vorstellung in der Seele wird
Leidenschaft hervorbringen, wenn sie andere
Bilder oder Eindrücke erweckt, und nun in
den Sinneshügel eine regere Thätigkeit, ein
lebhafteres Phantasiespiel Statt hat. Wenn diese
Einbildungskraft noch nicht auf die höheren.
Seelenvermögen, Verstand, Urtheilskraft und
."Willen wirkt, so wirkt sie oft schon auf die
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