Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 153
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ackermann1806/0161
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
— 153 —

Thier diese nicht verstehe, d) Was ist abe*
Verstehen? bei gemeiner Erörterung des Begriffs
wird es sich ergeben, dafs das Verstehen in der
Vergleichung des Eindrucks mit andern erhal-
tenen Eindrücken, und in dem Einsehen des
Verhä'ltnifses des einen zu den übrigen besteht.
Es wird also erhellen , das Verstehen nicht
einem Theil des Gehirns eigen seyn könne, son-
dern in einer allgemeinen Thätigkeit dieses See-
lenorgans liegen müfse, dafs also Organe auf-
stellen, nnd jedem derselben Verstand zuschrei-
ten, vor dem Richterstuhl der Erfahrung und
Philosophie nicht bestehen könne, die allermei-
sten Thiere scheinen Verstand zu haben, inso-
weit als bei ihnen auch jede Handlung als Re-
sultat der Differenz der in dem Hirn erregten
Eindrücke hervorgeht, allein dieser Versland ist
mehr oder weniger eingeschränkt, sowohl nach
Maafsgabe des Vorzugs der Sinnesorgane und der
Sinneshügel, als nach Verhältnifs der Ausdeh-
nung des Marks der Hemisphären. Es wird in-
defsen jede thierische Handlung um so mehr
Trieb oder Instinkt heifsen können, je mehr

d) Bischoffs Darstellung. S. S3;
loading ...