Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 163
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— 163 ~



und

warum nicht? ist es aber,

warum hat der

Stier

, der doch Zeugungskraft hat, und Folglich

ein

grösseres kleines Gehirn,

kleinere Höj-

ner?

wie beweifst Hr. Dr. Gall, dafs die

Bildung der Hirschgeweihe vom

kleinen Gehirne

abhinge ?



§• 138-
g) Bei der Nymphomanie hat Hr. Dr. Gall
den Nacken auffallend heifs gefunden*

Ich mufs das Gegentheil bezeugen. Ich habe
Vor zwey Jahren zu Mainz eine an den Folgen,
der Nymphomanie verstorbene Pesson in ihrem
Leben zu sehen, und ihren Leichnam zu unter»
suchen Gelegenheit gehabt. Ich habe ihren
Nacken nicht heifser gefunden als ihren übri-
gen Körper. Der Uterus war etwas angeschwol-
len und roth, und ein Paar Graafische Eyet
strotzten durch die Wände der Eyerstöcke un-
ter dem sie bekleidenten Peritoneum hervor. —
In der Hirnhöhle fand ich das kleine Gehirn
■weder grösser noch sonst widernatürlich verän-
dert, das einzige'was mir merkwürdig schien, war,
dafs die Zirbeldrüse wohl dreymal grösser war,
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