Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 166
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gedruckt, und doch sind diese Geschöpfe, wel-
che ganz und gar sonst kein Gefühl für die Aus-.
senwelt haben, sehr geil, und im Stande zu zeu-
gen , wie häufige Beispiele zeigen, f)

§, 141,
"Wenn Herr Doctor Gall noch zulezt, um
ein Organ im Schedel zu suchen, was sei-
nen Sitz im Unterleib hat, für seine Meinung
anführt , dafs Kastraten Begattungstrieb und
Erektionen zeigen, die doch keine Hoden haben,
so mtifs er wissen , dafs dieser Reiz auch voa
der Absonderung des Liquoris prostatici entsteht,
der allerdings bei diesen Halbmännern abgeson-
dert, und auch in dem Beischlaf ergossen wird.
So wären also alle von Hrn. Dr, Gall angeführ-
ten Scheingründe widerlegt, und das kleine Ge-
hirn als ein edleres Organ als zum Geschlechts-
triebe zu dienen, gerettet,

§< 142.
Sollte jemanden noch einfallen zu fragen,
dh es ein Organ des Geschlechtstriebes gäbe? so
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