Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 182
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Es ist wahrlich seltsam, dafs Hr. Dr. Galt
annimmt, die Klotzaugen oder hervorragenden
Augen seyen ein Zeichen des Wortsinnes, die
herunterhängenden (Schlappaugen) aber deuten
auf Sprachsinn, denn auch angenommen, dafs
dort die hinteren Decken der Augenhöhle herun-
tergedrückt, hier an der vorderen oberen Wand
eine Erhöhung seye, so entstehen doch davon
keine Klotz- und Hängaugen , vielmehr liegt
diese Beschaffenheit der Augen mehr in ganz
andern Bedingungen. Klotzaugen entstehen durch
enge und seichte Augenhöhlen, wie bei Macro-
cephalis, ferner durch ein Uebermafs von Fett
in der Augenhöhle, Gröfse des Augapfels selbst,
Krampf des Musculi levatorisund orbicularis pal-
pebrarum und zu kurze mehr gespaltene Augen-
lieder. Hängeaugen entstehen durch stärkere
Wirkung des Musculi deprcfsoris und des Mus-
culi obliqui superioris , sowie auch durch ein
anderes Verhältnifs der Umgebungen des Auges.
Allein es ist hier der unlogische Schlufs, der
bei der ganzen Organologie herrscht, nicht zu
verkennen: Der Mensch hat Klotzaugen, also
.kommt das von der Hervorragung des hinteren
Theils der Augenhöhle (? ) dieser hat aber den
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