Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 192
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ackermann1806/0200
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
__ 192 —

so ungeheuere Täuschungen und Selbstbetrüge
sich zu Schulden kommen läfst, liegen wohl
darin, dafs er bei seinen Untersuchungen alle
logische Regeln verschmähte. Da er selbst so
aufrichtig ist, die Wege anzugeben, welche er
bei seiner Schedelforschung eingeschlagen hat,
so ist es leicht dieses Urtheil über ihn zn bewäh-
ren. Er beobachtete lebende Menschen vorzüg-
lich von ausgezeichneten Fähigkeiten , und ver-
lieh diese Neigungen und Fähigkeiten mit
dem Bau ihres Schedels p) im -gesunden und q)
kranken Zustand; fand er also eine Hervorra-
gung, so war dieses das Organ des beobachteten
Seelen Vermögens.

§• 172.
Wer sieht hier nicht den Grund der Trug*
schlüfse ? Der Mensch hat diese bestimmte Fä^
higkeit, er hat aber zugleich an seinen Sehedel
diese hervorstehende Erhabenheit — also ist die-
ses das Organ jener Fähigkeit P müfste nicht
um richtig so schliefsen zu können, zuerst die

p) BischoFfs Darstellung. S. 62.
%) Ebendaselbst. S. «J.
loading ...