Ackermann, Jacob Fidelis  
Die Gall'sche Hirn- Schedel- und Organenlehre: vom Gesichtspunkte der Erfahrung aus beurtheilt und widerlegt — Heidelberg, 1806

Seite: 195
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Untersuchung vornehmen. Nun ist es aber doch
bekannt, dafs der Mensch gerade an den Fin-
gerspitzen das feinste Gefühl hat, welches auch
durch Uebung bis auf einen hohen Grad ver-
edelt werden kann ; — dafs aber der eigentliche
Tastsinn an dem inneren Theil der Finger und
in der flachen Hand gänzlich fehlt. Warum soll
man also mit der Handfläche untersuchen, wel-
che dazu gar nicht geschickt ist? — Warum?
damit man nehmlich leichter getäuscht wird,
damit man desto leichter findet, was man sucht,
und gerne finden will.

§. 178-

Auch will Hr. Dr. Gall vorzüglich die
Frauenzimmer geschickter angetroffen haben als
die Männer, um diese Organe zu entdecken.
Wer sieht hier nicht die Ursache? weil bei die-
sem Geschlecht die Phantasie gewöhnlich thäti-
ger ist, und bald findet was sie sucht.

§• I?9-
Ich bin übrigens weit entfernt, den Hrn.
Dr. Gall den Erfinder der Organenlehre für
einen Betrüger zuerklären -, ich glaube vielmehr
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