Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Antike Denkmäler (Band 1): Monographie — Berlin, 1891

Seite: 20
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würde volles und gewichtiges, das den schlichteren Gebilden der

krischen We

alteren Kunstrichtung noeh fehlt. Sic mahnt an gewisse Figuren

aus Argos in

des Parthenon frieses (Michaelis, der Parthenon Tafel 14). unter

Stile der dara

dessen Nachwirkung sie entstanden sein dürfte. Doch ist sie nur

als Kirchhof!

von miltelmäfsiger Arbeit.

(Studien zur

2. Grabsteie im Palazzo Giustlniani-Rccanati zu Venedig,

venezianische

Ftmdameitl«. delle /.»ihre „/ Ponte Lunge Nr. 140;. Von unbe-

hunderts ang

kannter Herkunft. Soviel ich weifs, erwähnen sie zuerst Thiersch

wesentlichen

(Reisen in [tauen seit [822, Leipzig 1826, Band 1 S. 260) und
Gerhard {Amiati dclt htstitulo Bd. I, 1S29, S. 139). Trotz des

hing Sabour

ersteren Ausspruch, sie sei was Kunst und Schönheit anbelangt
den Reliefs vom Parthenon beizugesellen, blieb das Original fast

S. 7 %.). Zc
lebendig bew

ganz unbeachtet, während ziemlich stumpfe Gipsabgüsse davon

den Voluten

Verbreitung landen ■, Friede richs-Wolters Hausteine \'r. 241). Auf



solche gehen die Abbildungen bei | M. Manch, die architektoni-



schen Ordnungen der Griechen und Römer und der neueren Völ-



ker Tafel 00. 1 und bei Furtwängler, Sammlung Sabouroff Bd. 1



S. 7 zurück. Unserem Kupferlichtdruck liegt eine pliotographische

Aufnahme de-. Original-, vun C'.. 1>. Ilrusa zu Grunde; für die l-'r-



laubnifs dann gebührt Herrn Grafen Dominien Giiistiniani-Rocnnati



e und graulichem To

Griechischer Marmor von grobem h

Schaft, von den Profilirungen abgesehen, ist oben 0,375, unten
0.425 breit und 0.09 bis über o.to dick. «

Die Stele ist in zwei Stücke gebrochen, welche seillich durch
Etsenklammern zusammengehalten werden. 1 'er Bruch, welcher
sieh ohne erhebliches zu verleiben unLerhalli des Kopfes und über
den Rücken der erhobenen rechten Hand hinzieht, ist mit Gips
ausgefüllt. Neuerdings abgebrochen isl das Stuck mii den fingern
der rechten Hand, doch wurde es bei der photograpliischen .Auf-
nahme angesetzt. Ohr und Li].peil der Figur sind etwas bestofsen.
Die anderen Beschädigungen ersehe man aus der Abbildung. An
der rechten Scfearaheke der Stele, gleich unter dem Profile ist ein
rundes, S Millimeter tiefes Bohrloch von etwas über 0,01 im Durch-
messer angebracht, an entsprechender Stelle links ein ähnliches
vorgezeichnet.

Dargestellt ist ein Madeben in offenem lakonischen Peplos,
das aus einem cylindrischen Schmuckkästchen eine plastisch nicht
ausgeführte, demnach einst gemalte Perlenschnur oder dergleichen
hervorzieht; der Deckel der Büchse liegt am Boden. Das gleiche
Motiv wiederholt sich auf einem altischen Grabsteinfragmente im
Centralniuseiim (Friederichs-Wolters Bausteine Nr. 102?). Die
Figur steht nicht auf der unteren Leiste, sondern auf einer über
dritthalb Centimeter vorspringenden Plinthe, ähnlich wie an dem
Reliefe vom Estjuilin Bullcltino della commissiom arttteologica co-
1 Bd. IX (18S1) Tat 14. M

Das Ohrläppchen wurde durchbohrt,

lehmen. Die zwei Locher im Kleide

1 Mi,

>elg

Wie

oben

RingelcheiiTuf-
Schuller haben
erwähnte Schnur

blieben auch die Sandalen!ünth-r farbiger Ausfuii
und da überdies die Oberdäche nicht geglättet ist, so steht es
aufser Zweifel, dafs die Figur wenigstens teilweise bemalt war.
Sichere Spuren einer Vorzeichnung hiezu vermochte ich aber nicht
aufzufinden trotz wiederholter Untersuchung, die freilich in dem
karg beleuchteten Räume, in weichem die antiken Skulpturen im
genannten Paläste aufgestellt sind. vorgenommen werden mufste.
Vgl. dagegen Furtwängler a. a. O. Bd. 1 S. 6 Anmerkung 6.

1 Stele sehr nahe, doch ist letzl
1 strenger im Stile, demnach ;
1 des \uges. die Anordnung ui
im Wicken aufgebundenen Ha:
Armes. Verwandt, wenngleich

Brilain S. 229)
;re harmonischer
uclt älter. Man

Zeicl

t des



bestellten

ist der Votivstcin der Polystr.ua
:r Skulpturen Nr. 682), der dem

lÜllte

griechischen Alphabets' S. 100). Das
ich der ersten Hälfte des fünften Jähr-

Zutn Akrotcrion ist zu

limmende der Gral,siele aus Karystos, jetzt in

N'r. 736). abgebildet bei Furtwängler Samm-

1 Tafel 6 (sammt den Bemerkungen ebd.

flg.). Zeichnet sich an ihr die Palmelte durch ein besonders

Prof.l aus, so ist dagegen der Blumenkelch mit

■ venezianischen voller und kräftiger entwickelt.

Der Palmettenkern war an der karysiisehen Stele, wie von meh-
reren Seiten bemerkt wurde und worauf auch Emanuel l.ocwy
aufmerksam machte, aus einem besonderen Stücke gearbeitet.
Wie der Marmor zur Aufnahme dieses Kiiisat/stiickes hergerichtet
:igt die beistehende Zeichnung.

Wie

3. Grabstele auf der De
findlich und dort gefunden [ix
in dem hs. Kataloge des l.e
seion S. VI): 19. U.iiyluff»,

Roi

r/m



Kckulc The-
• •','■ xtif.aXj)v
ne erste Notiz

von dem Relief verdanken wir W. Klein.

Weifser leicht ins Bläuliche gefärbter grofskrystalli nischer
Marmor. Hoch 1,07. breit 0,54, gröfstc Dicke der Platte 0,12.

L'cbcr der kräftigen horizontalen Frofilirung. welche das Re-
lief oben abschliefst, erhebt sich ein flacher Giebel mit glatter
Innenfläche, an dem rechts der geringe Rest eines Akroters, oben.
auf in der Mitte ein senkrechtes Bohrloch von rd. 0.01 Durch-
messer vorhanden ist. Von den stark abgestofsenen Randleisten.
welche seitwärts das Relief begrenzen, senkt sich der Reliefgmnd
gerundet ab.

In sehr verscheuertem Flachrelief, feiner Zeichnung strengen
Stils, ist ein Ephebe dargestellt, bekleidet mit dem Himation, in
das der linke Arm ganz eingewickelt ist. und mit Schuhen. Fi-
steln nach links-gewandt mit vorgesetztem linken Heine auf beiden
FuKsuhleii gk-:ch:ii;ifsig auf und legt, zu ihm hinabblickend, die
rechte Hand an den Kopf eines nackten Knaben, der in ähn-
licher Haltung, das linke Bein leise vorgesetzt, auf beiden Fufs-
sohlen gleicbmäfsig aufruhend seinem Herrn gegenübersteht und
mit der linken Hand nach einem Hunde fafst, der hinter dem
Jünglinge steht und <\<:n Kopf zu dem Kleinen erhebt. Man ver-
gleiche etwa das Eleusinische Relief (Fricdcrichs-Wolters 1 1S2) und,
wenn auch aus spaterer Zeit, das Grabrelicf in Mantua {Masco
di Mantova. III, Taf. XVI. Dütschke 767).

Nach L.iwv und Woi.tkks.
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