Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Antike Denkmäler (Band 1): Monographie — Berlin, 1891

Seite: 21
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ad1891/0025
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
Der Kopf ist 1S8

Ausgrabungen, welche
daselbst veranstaltet, m

TAFEL 34. MARMORKOPF AUS ELEUSIS.

'li-ll Hermes Jos Praxiteles erinr

Eleiisis gefunden worden, bei
rchäologische Gesellschaft in i
d im Centralmusetim zu Athei
es Kopfes hat Professor Caspa

s Wci

mbekar

, lahrh,

als bildhauerisch

Taf. XIH veröffentlicl

Propylaien, vor einer
lieh bezeichneten W

Mantna befindlichen

Noch spater stellten sich die in Koni in

■aigen.muten Vrrgi1kü|jfi: als antike (."opie-

eFr;

ein X:ir

Ungarn XII S.

![.':iiM-

■ii Millln-i

von Knidos und dein Maussollos ist (
opf als Einsatz stück gearbeitet. Der verwendete lälock gab ik
•n oben) Theil der Brust sowie ungleich grofse Stücke der Seil
m her, so clafs eine Art Büstenform entstand. Die Ünterfläc

ler eingedrückt nach Art eines Akrolithen, wobei wohl ßemalu
,d vielleicht wirkliche Bekleidung die unvermeidlichen Störung
r Form ausglichen. I )ic plastische Wirkung des Werkes steig«

.ichkis.

sdlwei

i hohem

:s Her-
m'de so

wallsamer Zerstörung ZM sein, Jcdesfalls erklärt
abfallen nicht, clafs die ober.« Ränder der Atigei
tief verletzt worden konnten, wählend die /.wischen ihnen erhobene
Stirn, die zahlreichen rings hoher herausstellenden Lockei «.spitzen
und alle Ränder und [-"lachen des liiisum theil es unten unbeschä-
digt blieben. Im Haar fehlt eine kleine Locke über dem rechten
Auge und das Ende einer solchen am Rande beim rechten Wan-
genbeine, nvei unbedeutende Verletzungen sind rückwärts zu be-

Die Formen der Rückseite sind nur angelegt, auch das dünne
feine Gewand isi sehr bescheiden gehalten, l'ni so vollkommener
ist die Ausführung aller Formen von Gesicht, Hals und Haar für
die Betrachtung von vorn, und hier sind niii Ausnahme jener ver-
stümmelten Stellen die Oberflächen überall in ihrer vollen ur-
sprünglichen Zartheit rein erhallen.

Die ungemeine technische Vollendung dieser Theile. die eigen-
thümlich malerische Behandlung des Haares, die Bildung der Stirn
und der skizzenhafte Charakter der Arbeit im Nebensächlichen haben
mich, als ich Ostern 1SS6 das Werk in Eleusis kennen lernte, an

entlich die schwere
d die Stirn tief be-
lli te r weit sgot theiten.

I ,h,fs n

man an den Thesmophorieiilebendige Ferkel in einen Schlund ver-
senkte, was ein attisches Vasenbild darstellt ;I leyilemann grie-
chiscnj^'aseiibikler XI ;,) — in Eleusis Verehrung empfing. 1 lern
Ftmdberichte von Philios zu Folge war eine Wcihinschrift an Eti-
buleiis in unmittelbarer Nähe mit dem Marmorkopfe zum Vorschein
gekommen ('/•>,-,.«(;»> ^'/."•■•'■"■/•■'■'i 1SS6 S. 26;). und wie unter
Anderem der gute Hirte im Lateran zeigt, berührt sich der
Typus mit dem antiken Hirtenideale. Dafs er Eubuleus darstelle,

Ifach

Zu

All.-,

als 1

thatsächlicb zuletzt Bemerktes die aus Winckelmann bekannte stadt-
römische Inschrift F.&fiuvUvs nt>a$irii.ovs, welche zwar verschollen
M'liicn i:üi: i erdäihii^t worden war. deren Vorhandensein im Y'a-
tican aber alsbald C. L. Visconti nachwies, noch che sie Kaibel
wieder veröffentlichte und zum ersten Male richtig erklärte (Hermes
XX11 S. 1511. Leider Ist die Herme, auf der sie steht, kopflos.
Her eleusinischc Kopf ist stilistisch jünger und in der Mar-
morlechnik vollendeter als der Hermes von Olympia. Ist dieser

den e;i|iiinliiiisd,iri) Satyr hliiausliegeades Werk der späteren Zeit
des Künstlers verständlich zu werden. Ich hoffe diese Auffassung
im jahrbuche näher begründen zu können*'und verweise unter-
dessen auf die im Anzeiger der Wiener Akademie vom 16. No-

i'arle.

; und !

: Hall:

sehe Winckclmannsprogramm Heinrich Hcydcmanns. welches t
ganze Frage ausführlich retractirt; daselbst sind auch die I
sprcclmngeil verzeichnet, welche dem Kopfe von Adolf Fu
wängler und Anderen gewidmet sind.

Wien Ende Dezember 1S88. O. Bbknw.rf.

KÖPFE AUS DFX GIEBELGRUPPEN DES TEMPELS DE]
ZU TEGEA.

ATHENA ALEA

Litteratur: Milchhöfer. Mittheil. d. d. arch. Inst, in
Athen IV (1S79) S. 133". n. 24-26. — Kavvadias, ITaQvaaoös
,• S. ,s79f. — Derselbe. "Ihjtt v. 25. Oct. 1879. ~ 'freu. Ar-
chäologische Zeitung 38 (iKSo) S. 9Sf. — Kavvadias, Bulkllmo
,klt fial. Arcinol. 1880 S. 109iT. — Milchhöfer. Archäolog.
Zeitung 3S (1S80) S. ioof. — Treu, Mittheil. d. d. arch. Inst,
in Athen VI (1881) S. 393fr. Taf. 14-15. — (Liitzow) Zeitschrift
Tür bild. Kunst. 17 (1S82) S. 322 f. — Murray: llhlory of grcek

smipture II S. iSSff. — Lucy Mitchell, Mstory of ancfoitstiilfiturc
S. 456. — Kavvadias, 'Bt/nj/itfils Uezaioloytxti 1886 S. 17 ff.
Taf. 2- — 1'amcll, -Jorn-tia! of In-Ucuir stiittU-s VII (iSS6) S. 1 1 4 ff.
— Robert. Archäolog. Märchen S. 49, Anm. — Kavvadias,

bis 69''. — Weil s. v. Skopas bei Baumeister, Denkmäler des
klass. Altcrthuins 111 S. 1666 fi". — Springer. Grundzüge der
Kunstgesch. I S. 72. Kunsthistor. Bilderb. Taf. 392 (Hl. Suppl.
loading ...