Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Antike Denkmäler (Band 1): Monographie — Berlin, 1891

Seite: 38
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r Chlamys gehö

r der Schulter ein Thyrsnsstab. Die

im NV

ember-Ouadrat (Taf. 4S, 6) sieht man Isis gehörnt
und mit einer auf die Schultern herabhängenden Tänie versehen;
ihre linke Schulter liiufl flügelartig », über derselben ein
Sistmiu.

Die Verbindung bestimmter l'.iillcr mti den einzelnen Monaten
ist aus den römischen BaLiernkalendcrn bekannt. Unser Mosaik
hält aber von jenen Schutzheiligen nur den Vulkan fiir den Sep-
tember fest, wahrend im übrigen fiir die Wahl derselben Haupt-
feste und Etymologien der Monatsnamen bestimmend waren. So
ist für den Mai der Majasohn Mercur. fiir den Juni Juno gewählt,
mit Rücksicht auf die Etymologie«, nach «eichen diese Götter
mit diesen Monaten in Verbindung gebfacht wurden (vgl. Auson
V. 3,9—12) und auf die diesen Göttern an den Iden des Mai und
den Kaienden des |uni geweihten Feste. Für die Ansetztmg des
Neptun im Juli waren die großen Neptunalien am 23. Juli, fiir die
der Isis im November das grofse in den Anfang des Monats
fallende Isisfest bestimmend. Auch ein Mosaik aus Karthago
zeigt die Isis und der Kalender des Filocalus einen Isispriester als

Novemberbild (Strzygowsky, die Kalenderbilder des Chronographen

Kür den October ist bezc
gewählt, dem auch das C
gilt. Ist in das Augustfek
liehen Gottes eingeordnet

„'sheft 1
■lehnend

lahr-burh-

i Insti

its S.;

ender Weise der Weingott Bacchus
ler-Distichon des Filocalus-Kalenders
: Recht jenes-Fragment eines jugend-
wird dieses auf Apollo zu deuten

Plati

der als Schutzgolt des Kaiser Auges Ins passend hier seinen
fände. Darf man aber annehmen, dafs das betreffende

Fragment 1
Steinen von

bildes ist:
artig >

enheit der mittelalterliche» Plünderung nach
,-spriii ig liehen Platz etwas weit entfernt worden
1. ob es nicht vielmehr ein Theil des Mercur-
Midigt auf dem seihen die Küste ebenso Hügel-
sicher zum Mercur*Ju.idr.it gehörigen Reste,
während die Büsten des Juli, September und October anders ge-
staltet sind.

I >ie Wände
» Sockel mit f
.igen Stellen I

Decke gedient habe
Pracht ausgestattet

welcher

en Masse

len Weil

och an
; Reste

»int nur von ornamentalen Dar-

Mosaik liegend gefunden: sie

en Thciles der Wände oder tlcr

:ses Zimmer jedenfalls mit grofser

Das Gebäude, zu welchem das Mosaik/immer gehörte, '
nicht weiter verfolgt, als es die umfangreiche» Vorarbeiten und
Fundamentgrabungen fiir den Museumsbau forderte» Diwtweg
waren das Mauerwerk und die Estrichböden sehr zerstört: in zwei
Räumen wurden noch Mosaiken, aller ohne figürliche Darstellungen
gefunden: ei» Raum schien die gewaltige- Au- '■ hu .'l, -> ■ ■ r 1 aber
13 m. Länge zu haben. Mit Wahrscheinlichkeit wird man deshalb
das Gebäude als ei» öffentliches ansehen und wegen des Mosaik es
eine Bibliothek oder eine ähnliche Anstalt in ihm vennuthen dürfen.

Alles spricht für spüle Entstehung des Gebäudes. Das Mauer-
werk und die Es tri ebb öden waren nachlassig hergestellt; die ge-
stempelten Ziegel, welche im Mosaikzimmer und in anderen Räum-
lichkeiten, wenn auch nicht in fester Vermauerung. zum Vorschein
kamen, sind durchweg dieselben wie die in den Trierer Kaiser-
bauten verwendeten. Decoratton der Wände oder der Decke mit
Glasmosaiken ist vor Constantin wohl überhaupt nicht, sicher Air
Trier bis jetzt nicht nachweisbar. Auch der Fundort selbst be-
zeugt den späten \n-atz. er liegt vor der noch jetzt bestehenden
östlichen Stadtmauer und zwar im Süden derselben. Nach allen
bishc-i^r-n I!'".'., ■]•:,.iigen aber ging die römische Hi.n:ii auf dieser
Seite nicht über die mittelalterliche hinaus und ist nur am Siid-
ende in der Zeit, als Trier Kaisurresidenz wurde, überschritten

Ein Beitrag zur
munil verdankt wird.
(1890) S. if.

Trier.

Erklärung des Mosaiks, der Wilhelm Stude-
ist gedruckt im fünfte» Band des Jahrbuchs
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