Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Antike Denkmäler (Band 1): Monographie — Berlin, 1891

Seite: 40
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4o

An der Unterfläche der Sima A 3 befindet :
glattgearbeiteter, roter Rand von
also über das Geison vor.

Die einzelnen Werkstücke, an
:t, sind 60 cm breit,
igufsröhren (A 3); nur eine der erhaltenen Platten zeigt 66
ein in der Mitte gebrochenes Hckstück 12;,; cm I*r--:-31l■ _

>vkl ragte :■

denen jede der drei Simeii sich
in der Mitte befinden sich die

grobem Korn gear-
nente, allerdings mit

Von B (pentclischer Männer) sind vierundzwanzig Fragmente
erhalten. Hie meisten Platten sind 60, einzelne '16 cm breit; in
ihrer Mitte befinden sieh die Ausgufsröhren. Bei einigen Stücken
der Trnufsima, B 2, ist die Rosette und der obere Streifen nur
aufgemalt, nicht vertieft.

Das Ornament der Sima B, eine Rosette mit acht Blattern,
findet sich in Athen besonders häufig; vor allem auf zahlreichen
Fragmenten ans der Porös-Architektur (Akropolismuscum), welche
offenbar zu einem fortlaufenden Wandschmuck gehörten, noch
häufiger aber auf Werken der Scnlptur (sechs archaische weibliche
Figuren von der Akropolis. Sphinx von Spata, Grabmal von Lamp-
irae. ;uii Siii:d!i;i-n'.en:cn 11. :i .

Ein

ieispiel der seltenci

zchiihlättrigen R

sette giebt uns C.

Die sech

erhaltenen Stücke

ehören teils zur t

ebejseite, teils zur

Langseitc

eines Gebäudes.
Durch eine leichte



SfefcTto rÖtel

Grundes

st das Ornament h





Grunde, der jedoch

genau bestimmt wer
hohen Sima C.



Sima D ist aus Inselmarmor von
beitet. Von D i sind nur vier kleine '.
ausgezeichneten Farbspuren. erhalten,
fanden sich zwölf. Die vordere Länge einer Platte beträgt 47,5 cm,
in der Mitte befindet sieh der Ausguss. Hin einfaches, voluten-
förmiges Akroterion vom gleichen, grobkörnigen Marmor, das
nicht abgebildet worden ist, gehört auch hierher.

Dafs die beiden Siemen D 1 und D 2 trotz der Verschieden-
heit des Ornaments und iW I lobe (13,S und 12 cm) zu demselben
Gebäude gehören, geht daraus hervor, dafs sie sich ganz be-
stimmten, im Pcrserschuü gefundenen Poros-Geisa zuweisen lassen.
Auf der Oberseile der Geisa linden sich nämlich in einer Entfer-
nung von S cm vom vorderen Rande Löcher, welche zum Blci-
vergufs einer Sima gedient haben. Genau dieselben Löcher finden
wir bei Di und D 2 in einer Entfernung von 10.5 cm vom vor-
deren Rande. Die beiden Simen ragten aber um 2,5 cm über
die Geisa hinaus, denn an ihrer Unterseite zieht sich vom ein
roter Streifen von 2,5cm, der sichtbar bleiben mufste. Bringt
man diesen in Abzug, so passen die Löcher der Sima und des
Gcison genau auf einander. Alle die übrigen zahlreichen Poros-
Geisa haben keine derartigen Löcher, ebensowenig die anderen
Simen. Über die zu dieser Sima gehörigen halbrunden, flach-
gebogenen Dachziegel aus Marmor vgl. G. R. Lepshis, Griechi-
sche Marmors Indien S. 122.

Auf Tafel 3S fanden wir bereits zweimal, dafs die Gicbclsima
in I lohe und Ornament gänzlich um der Trauisima abweicht, was
für das Ornament auch bei späteren Bauten vorkommt. Sima D
ist hierfür das dritte und iilteste Beispiel.

Bei der Aufnahme der beiden Tafeln wurde mir durch Herrn
Dr. Dörpfeld vielfache Förderung zu teil, für welche ich ihm hier
meinen besten Dank ausspreche.

Theodor Wieg and.

TAFEL 5i. TEMPEL IN LOCRI.



Im November und December 18S9 wurde von (hr italieni-
schen .Regierung, unter Leitung P. Orsi's und Mitwirkung des Unter-
zeichneten, die durch rücksichtslose Ausbeutung stark geschwundene
Ruine eines Heiligthums in I.ocri Kpizephyrii, bei Gerat
in Calabrien. ausgegraben. Vom 2t. bis 25. Dezember 1
auch Dörpfeld theihiehmen und die danach auf Tafel 51 veröffent-
lichten Aufnahmen machen. Für ein par erst nach unserer Ab-
reise zu Tage gekommene Dinge waren t irsi's Mitth ei hingen mafs-

Ein erster Bericht über die Ausgrabung wurde alsbald in der
Festsitzung des Instituts in Rom gegeben und in einer folgenden
Sitzung ergänzt (S. Rom. Mittheill. 1SS9 S. 343 und 345). Aus-
führlicheren Bericht erstattete Orsi in den .W/-./V itcgli xnr.i irtijii
S. 248 und der Unterzeichnete in den Rom. Mittheill. 1S90 S. 161 f.
mit Beigabe eines Planes von Dörpfeld.

Ein älterer Tempel, dessen Front gerade nach Sudosten sah,
ist durch einen spateren Neubau ersetit, dessen Lmiit um 12"
mehr nach Osten gedreht ist. Orsi's Orientierung weicht für beide
Tempel um 3" nach Süden ab. Meine eigenen Beobachtungen

kamen mit Dörpfcld's Winkelmessung ganz überein.

Im Plan ist dasselbe vom Peri

- Aber auch der ältere Tempel läfst wenigstens zwei Bauperio-

dem Xaos verbunden, zur Hers

den erkennen: ursprünglich einseitig iV jiniirmiirtiir angelegt, erhielt

Die Säulen sind durchweg als

er als spätere Zuthat eine Ringhalle. Von jenem sind die Parasta-

weiten auch an den Ecken, so«

den und die SW-Ecke, so wie ein Theil der Thürwand zwischen

Ringhalle. In den Mitthciluiige

Cella und Pronaos erhalten, allerdings nur auf dem Ende der

diese Säulenstellung, zum Peris

S-Mauer auch ein Theil einer zweiten, schmäleren Schicht, sonst nur

Schmalseiten zu einem 1 >ipteros 1

eine,- wenigstens als eine erscheinende. Schiebt, die Mauern aus

stylschwelle steht von der Ante

weichem Sandstein (dunkel im Plan), die Verkleidungen (hell im

nur um 7 cm. weniger ab als

Plan) aus Kalkstein. Letztere, namentlich an den Parastaden und
der SW-Ecke bemerklich, sind offenbar unglejchniafsig erhalten.
Das Erhaltene scheint dagegen ursprünglich nur insoweit ungleich-
artig, als gewisse überschüssige Theile da sind, welche aber (vgl.
im Längenschnitt die SW-Hckc) nicht sichtbar sein sollten. Da-
gegen war der den Standsieinkern zunächst einschliefsende Theil
der Verkleidung, überall 0.21 bis 0,24 m gleichmütig a'e;. -bittet
und an der W-Seite der SW-Ecke mit einer 0,05; m breite«, falz-
artigen Vertiefung versehen, augenscheinlich eine Verkleidung,
vermuthlich aus Holz, zu tragen bestimmt.

Auch von dem Ringhallen unterbau, dessen Verschiedenheit
von dem Unterbau des Naos im Lang! nschniit sichtbar ist, sind
drei Ecken erhalten, meist nur zwei Kalksieirupiaderschichteii über
dem Kieselfundament, nur eine Platte von einer dritten in der Süd-
halle, auf welcher die fünfte Säule von Westen her angesetzt ist.
Die Platte trägt nicht etwa eine Säuleiislandspur, Zwischen dem
Naos und dem Wcstpcristyl liegt aber noch ein Fundament, nach
Construction und Material, obschun ohne Kieselfundament, doch
dem Peristyl verwandter, welches jedenfalls Säulen getragen hat.
Peristyl unabhängig gemacht und mit
nes prostylen I Ipistlmdnm.
gedacht, mit gleichen As-
ien Naos als auch für die
:n ist angenommen, dafs

icAufscnknntcderW-Peri-
mg (6,85-0.22 = 6,63 m)
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