Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Antike Denkmäler (Band 1): Monographie — Berlin, 1891

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rAFEL SS. HERA UND APHRODITE.

Tafel 55 stellt, je-in Vorder- und Seitenansicht, die Kopfe zweier
Statuen dar, welche auf verschiedenen Wegen für Nachbildungen
von Werken des Alkamcnes erklärt worden sind. Leider war es
unmöglich, dir Seitenansichten von den Originalen gleichmäisiger
aufnehmen zu lassen.

i. Von der Statue, welche, angeblich auf dem Avcntin ge-
funden, jetzt im Capitolinisclien Museum, Sahne N. 24 steht. Vgl.
Desermone 1882) S. »75; Beschreibung Roms III 1 S. 237, 31.
Abgebildet Muse Cpitolitta III Taf. 6 als Gimwiie, danach Mon-
tagnani, Mns, Ci/>U. II. LXK als Clevteiiza. und Clarnc pL 423,
749; besser Righeiti. Camfidogtio I, XIX; als Demeter bei Ovcr-
beck, Kunstmythologie Ad. T. XIV, 20 und 13 (die Büste) (vgl. III
S. 461, 5), danach Baumeister, Denkmäler S, 414. Diese Statue
mit ihren Wiederholungen') wurde vom Uniei-zcichneten auf die
von Tansanias I i erwähnte Statue der Hera am Wege von
Phalcron nach Athen »urlickgefiihrl. Vgl. Stndnic/ka in der Zeit-
schrift für die OesiiTr. Gymnasien J S90 S. 750 und R. v. Sehnei-
der, Jahrbuch der Kunstlüstorischen Sammlungen des Allerhöchsten
Kaiserhauses 1 Stjri S. 75, zustimmend: Sin. juiinur! ,>/'Hclkuic S/u-
dies 1889 S. 111 und Puchstein, Jahrbuch des Archaeol. Instituts
tSgo S, 92 zweifelnd oder ablehnend: vgl. ebenda letzt auch Koepp

s. .74.

Am Kopf der Capitolinisclien Statue ist die untere Hälfte ihr
Nase ergänzt. die Oberlippe bestossen und überarbeitet. Der
Hals ist an seiner r. Seile ibeilweise gestückt, die Zugehörigkeit
des Kopfes zur Slawe kaum zweifelhaft, aber ohne Reinigung nicht
völlig sicher zu stellen. Die Kopfhöhe beiragt 0,286 m.

2. Von einer Slawe des Nationnlmuscums in Xeapel, welche
früher auf der grofsen Treppe rechts stand (wie eine viel geringere

Wiederholung links . neuerdings im Zimmer der
gestellt ist, weil sie am früheren Standort kaum betrachtet werden
konnte. Daher die ungenügenden Angaben bei Gerhard und Pa-
nofka, Neapels amike Bildwerke S. 5 N. 6 und 7: und danach
bei Bernouilli, Aphrodite S, ^7 N. 7 und 8, aber auch bei Rei-
nach, Gazelle arelieelogiqne 1887 S. 258 N. 24 (25 die andre),
welcher die Arbeit richtiger benrtheill, aller die Feinheit des Kopfes
bezweifelt. Der Kopf jedoch ist mw gebrochen und ohne Zwischen-
stück, nur mit etwas Kitt, nicht sehr geschickt wieder aufgesetzt,
seine Zugehörigkeit zum Typus also gewisser als bei dem Pariser
Exemplar von Frejus {Gazelle arc/i. 1S87 pl. 30), welches dagegen
den Vorzug hat, seine Nase behalten zu haben, in den Formen
aber etwas verwaschen scheint. Am Kopf der Neapler Statue ist
die Nase von der Hohe des Oberlides ab ergänzt. Wie dies Ist
auch ein Flicken im Haar, nach vorn, in unserer Seitenansicht
kenntlich. Kopfhöhe 0,215 m.

Die Zurück füll rung auf die Aphrodite ir A(.™,' des Alkamcnes
ist vertreten von Furtwängler in Koschers Lexikon I S. 412,
L. Mitchell, Häiory S. 320, Reinach, Gazelle arch. 1885 S. 91 (1110-
dificiert iSS; S. 27t), Wolters, Athen. Mittheil. 1887 S. 382, Conze
ebenda 1SS9 S. 201, dem Unterzeichneten in den Rom. Mittheil.
18S9 S. 72, Zur Bestätigung dient jetzt vornehmlich das in den
Athen. Milth. 1890 S. 64 abgebildete Stück vom Kopf der Nemesis
des Agorakritos, an welchem aufsei- Haar und Binde namentlich
auch das hängende untere Augenlid von ähnlicher Bildung zu be-

E. Pkterskn.

Bei dem Bau des We;

TAFEL 56. STATUE VON SUBIACO.

ibiaco nach Jennc wurden 1883 I der in der Höbe der Fingerflächc abgebrochen ist. Am recht,

in der engen Schlucht, durch die sich der Anio unterhalb der | Fufs ist die /weite Zehe vorn etwas bestofsen, am linken die eis

Klöster von S. Scolastica bei Subtaco durchwindet, Reste von Zehe an der Vorderfläche und die erste und die zweite Zehe ;

der aus Frontin (de aqtme duetibm 93; vgl. Tacitus, Annal. XIV der Wurzel verlern. Auch der linke Unterschenkel ist gebroche

22,9 ed. Becker) bekannten Villa des Nero aufgedeckt (Nettste das Mittelstück ist nicht mit den übrigen Teilen zusammen g

degä seavi 1SS3 S. 19). Planmäfsigc Ausgrabungen, die im j funden, sondern befand sich nach Angabe in den Nettste seht

Jahre darauf vorgenommen, aber leider nicht bis zur völligen Frei- seit etwa siebzig Jahren im Kloster in die Hofwand vermauert ui

legung der ganzen Anlage durchgeführt wurden, hatten in dem stammt also aus einem früheren, wol an derselben Stelle gemacht«

Funde der Jünglingsstatue, die auf Tafel 56 in zwei Ansichten ab- gelegentlichen Funde. '

gebildet ist, ein glänzendes Ergcbnifs, Wie aus dem kurzen Be- Die Höhe der Figur von de.- Bruehlläche des Halses lotrec

rieht in den Neuste degli seavi 18S4 S. 425 f. hervorgeht, fand bis zur Sohle des rechten Fufses gemessen, beträgt 1 in, de 1 rech

man die Statue auf dem Mosaikboden eines mit Marmorgeläfcl Fufs ist 0.2S5 m, der Unke in der Krümmung 0,268 111 lang, d,

reich ausgestatteten Zimmers zusammen mit dem im Jahrbuch lies Brustwarzenabstand mifst 0,213 '»■ Die Basis ist 1,25 m lan:

Instituts 1S90 S. 167 Anm. 77 erwähnten weiblichen Kopfe. Sie 0,40 m breit, 0,125 1" hoch.

wurde in das untere Kloster von S. Scolastica geschafft, wo sie Die Statue stellt einen Jüngling vor, der in schwungvoll

wol nur eine vorläufige Aufstellung finden sollte, und dann bald Bewegung tief in das Knie eingesunken nach vorwärts strebt ui

vergessen. Erst TS90 ist sie auf Veranlafsung der Institutsie itung ■}<!,■, rechten Arm steil nach oben streckt. Das Motiv hat zu v.

aus ihrer Abgeschiedenheit befreit und hat in Rom neben den schiedenen Deuiungen Anlafs gegeben, von denen keine befriedig

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Peile erhalten, vom rechten ein Stück des Oberarms, welches an | Gruppe gehörig, also wol von unten ge,

lie Bruchfläche der Schulter wieder angesetzt werden konnte, vom kämpfend. Aber bei einer Art von Ausfall

inken das Mittelstück, das im Gelenk gekrümmt ist, und die Hand dieser Erklärung vorausgesetzt wird, wiirck

>is auf die beiden vorderen Glieder des Zeigefingers und die Spitze gnng des rechten Arms folgend nach vorn ,

les Daumens. In der Hand liegt ein bandartiger Gegenstand, kann der Gegenstand in der Linken wed<
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