Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Antike Denkmäler (Band 3) — Berlin, 1926

Seite: 16
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stellten Schwanz-Ende gehörig. Das Munchener Stück besteht aus
zwei Platten, einer nur 17,5 cm breiten links, die mit Fuge an
den Pfeiler stößt, und einer größeren 1,53 m breiten. Beide
Platten stoßen mit scharfem Fugenschluß aneinander. Hier ist,
anscheinend, wie auch rechts, das Relief modern verkürzt worden
die senkrechte Fuge hat zwar die Flügel des fliegenden Eros
möglichst geschont, aber doch vom rechten und sogar vom linken
Flügel ein Stück abgeschnitten. Auch die Yordertatzen des Drachens,
namentlich die linke, haben dadurch eine Störung erlitten, die
durch moderne Gipserganzung verdeckt war. Andrerseits ist die
schmale Platte mit dem Eros auf Kosten des Pfeilers, mit dem
sie zusammenhing, um etwa 3 cm erbreitert worden, was am
Reliefgrund deutlich zu erkennen ist Es war dies nötig, weil der
Eros mit seiner linken Hand auf diesen Pfeiler übergriff und die
Spitze seines rechten Fußes sich in dem Pfeiler verlor; letzterer
ist jetzt aus dem antiken Marmor des Pfeilers modern heraus-
gearbeitet (wie Arbeit und Färbung des Marmors deutlich zeigen),
die Hand ist wie der ganze Körper ergänzt, aber die Bosse, durch
welche sie mit dem Hintergrund zusammenhängt, ist ebenfalls aus
dem alten Pfeiler herausgearbeitet.

Der ganze Eros, wie gesagt, ist modern bis auf seinen
rechten Fuß, den rechten Flügel und die untere Hälfte des linken

Flügels mit dem anstoßenden Teil des Rückens, seine Ergänzung ist
aber gesichert, da überall sein Ansatz am Reliefgrund erhalten war.
Der Reliefgrund oberhalb seiner Flügel ist ausgebessert; auch am
oberen Rande der größeren Platte sieht man drei viereckige
Ausflickungen des Grundes (links vom Kopf des Drachen,
zwischen Kopf und Fächer der zweiten Nereide und ganz rechts
nahe am Ende). Ahnliche Ausbesserungen sind schon bei der
anderen Schmalseite hervorgehoben; vielleicht sind sie durch eine
ehemals hier von oben eingreifende Verklammerung verursacht.
Ergänzt ist an dieser Gruppe der ganze Kopf des Drachen und
der größte Teil seines Halses, fast der ganze sichtbare Teil des
rechten Armes des Triton, sein Kopf und die Köpfe der beiden
Nereiden, doch ist von allen dreien der Ansatz am Grunde da.
Außerdem ist neu die rechte Schulter der Nereide links, die
rechte Hand der andern Nereide mit einem Teil der Tritonen-
schulter, auf der sie ruht, jedoch nur bis auf die Fingerspitzen,
welche alt sind. Endlich ist bei dieser Nereide ein kleiner
Flicken im Gewand rechts unten modern.

EHENNE Mit hon.
Johannes Sieveking
Paul Wolters.

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