Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Antike Denkmäler (Band 3) — Berlin, 1926

Seite: 34
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(Kairo), Breccia no. 54, 55, tav. XXXIX, 50, 51 = le Mus.
Egypt. III, PI. XV, VIII, Fig. 6 = PI. XVI; PI. X, Fig. 10 -
PI. XVII, Breccia 10, 57 (Alexandria). Auch kommen Bänder
und Striche vor: Breccia Nr. 56 und 58, 59 und 64 (Alexan-
dria) und einige Stücke in New York.

Ferner findet man auch andere Darstellungen

Schild ohne Schildzeichen (New York); mit Gorgokopf
Sieglin S. 50, Fig. 52 = Furtwängler Fig. 10 = Rom. Mitt. 1912,
S. 119 (New York) hier unsere Taf. 34, A

Schild mit Panzer und Binde, Breccia Nr. 52, Taf.
XXXVIII = Sieglin S. 51, Fig. 56 (Alexandria).

Schild und Panzer, Grabdenkmal und Binde, Breccia
51, Taf. XXXVIII, 49 (Alexandria).

Toilettenkästchen mit Spiegel und Fächer, Sieglin
Taf. XVII (Leipzig, Privatbesitz).

Ein Paar Schuhe, Edgar 26252, PI. XII - Arch. Anz.
1902, Sp. 159 = Sieglin S. 52, Abb. 57 (Kairo); Sieglin Taf.
XVII (Leipzig, Privatbesitz).

Panathenäische Amphora mit Bändern, Breccia 64b,
Fig. 27 und Inventar 8241, 8242 (Alexandria), Sieglin S. 49,
Abb. 54, 3 (New York).

Panathenäische Amphora mit Lorbeer("-)- und Palm(f)-
zweigen, Edgar 26255, PI. XIX (Kairo).

Panathenäische Amphora mit Palmzweig, Fackel
und Binde. Unsere Tafel 34, B (Amsterdam, Samml. Six).

Die panathenäische Amphora kann auf letzterem Stück als
solche nicht angezweifelt werden, da sie die Darstellung des
Dauerlaufs trägt. Ihre Form weicht von den alteren ab, auch
von den jüngsten der datierten Exemplare, die bis 312/11 gehen
(Brauchitsch, Die panathenäischen Preisamphoren), stimmt aber zu
dem schlanken Bau mit den hohen Henkeln, die die Gefäße auf
späteren attischen Münzen zeigen, von 229 v. Chr. abwärts (Head,
Historia Numorum S. 370 ff.) sowie auch die beiden mit Bändern
geschmückten Amphoren, die in einem Grabe zu Maritza, das
Thiersch Ende des 3. Jahrhunderts ansetzt, gemalt sind (Peters und
Thiersch, printed Tombs at Marissa, PI. V. Thiersch, Arch. Anz.
XXIII, 1908, Sp. 407 ff.) und die bald zu nennende Darstellung
zu Delos.

Es ist klar, daß auch nach der Agonothetie des Demetrios
im Jahre 309 noch panathenäische Amphoren vergeben worden
sind, vielleicht von Kosmeten (Brauchitsch Nr. 121). Ein be-
trächtlich späteres Fragment (Nr. 123) hat Brauchitsch ohne Grund
verworfen. Seitdem ist nicht nur eine Nachahmung in Glas, von
unserer späteren Form, in Olbia gefunden worden, sondern es ist
auch eine Tonamphora, wie jene aus der Sammlung Vogell, in das
Berliner Antiquarium gelangt (Amtliche Berichte aus den konigl.
Kunstsamml. XXXV, 1913, S. 112/3, Abb. 52; Auktionskatalog
Kassel bei Cramer, 1908, Nr. 923, Taf. 10 und Nr. 108, Abb. 6,
Taf. 4, 5). Somit machen die sechzehn üucfOftelz nava&rjvaYxat in
der Pompe des Philadelphos (Athenaios 199 D), trotzdem sie
von Silber gewesen zu sein scheinen, keine große Schwierigkeit
mehr.

Bemerkenswert ist, daß die Vereinigung von Vase und Palm-
zweig zu einem dekorativen Stilleben schon damals zu einem
Gemeinplatz geworden war, wahrscheinlich einer berühmten Vor-
lage nachgebildet. In unserem Fall sind obendrein Amphora und
Palmzweig mit Bändern geschmückt und ist eine Fackel hinzu-
gefugt. Ein Wandgemälde, 1902 zu Delos gefunden (Mon. Piot
XIV, 1907, PI. IV), gibt nur den mit Bändern geschmückten oberen
Teil von Amphora und Palmzweig, ein Mosaik (L. Couve, Bull,
d. Corr. hell. 1896, S. 460 ff., Annuals from the Br. School of Ath.
III, 1896/7, PI. XVI, Monuments Piot XIV, PI. X A), das nach
dem Münzfunde des Hauses nicht spater als 186 -87 sein kann,
eine ebenfalls panathenäische Amphora mit Wagenrennen, ohne
Bänder, nur die Palme mit einer Schleife geziert, und am Fuß einen Lor-
beerkranz. Ein späteres Mosaik, 18S2 zu Delos gefunden, das den
Namen des P. Satricanius P. f. tragt (Sal. Reinach, Bull. d. Corr.
Hell. Vm, 1884, S. 177, Monuments Piot XIV, PI. XI), hat bei
verwandter Zusammenstellung eine Bronzehydria.

Spater bleibt die Verbindung von Vase und Palmzweig be-
liebt. Ich zitiere aus Le Pitture antiche d'Ercolano nur die schla-
gendsten Beispiele: II p 147, 157, 211, III p 73, 128.

Das Bild unserer aufgemalten panathenäischen Amphora, Wett-
laufer darstellend, ist offenbar ähnlich jenen Dauerläufern der pan-
athenäischen Amphoren (Mon. d. Inst. X, 1877, tav. XLVIII e 4,
XLVIII f 6, XLVIII h 15), die Ausführung aber verdient besondere
Beachtung. Nicht, wie es der attische Vasenmaler gemacht hätte,
eine vollständige, wenn auch vereinfachte Silhouette der Figur,
sondern eine recht skizzenhafte Andeutung mit wenigen, aber cha-
rakteristischen Strichen hat der Alexandriner gezeichnet. Es
ist regelrechter „Illusionismus11.

Pictura quoque non alium exitum fecit, postquam
Aegyptiorum audacia tarn magnae artis compendi-
ariam invenit, heißt es bei Petronius 2, wo der Zusammenhang
mit dem Untergang der Künste durch den Schulunterricht klarzu-
stellen scheint, daß nach der Ansicht des Redners unter com-
pendiariam eine verkürzte Vortragsweise zu verstehen ist.

Auch der Schild mit dem Medusenhaupte der Vase zu
New York (Taf. 34, A), schon oben genannt, weist in seiner Farben-
behandlung, die mit gütiger Erlaubnis des Museumsvorstandes
ebenfalls von Herrn Henry Balink vortrefflich wiedergegeben ist, in
dieselbe Richtung. Auf dem gelbbraunen Schilde mit rotbraunem
Rande, von den gleichen Farben wie die Fackel, ist inmitten eines
blauen Feldes der Kopf in Fleischfarbe, mit Rotbraun in Haar,
Oberlippe, Nasenloch und Tränendrüse, Schwarz in dem Schatten
des Haares, den Augenbrauen, Wimpern und den Augäpfeln, die
merkwürdigerweise seitwärts blicken, gemalt1). Die Gesichtsfarbe
ist in den Halbtönen kühl (mit Schwarz1) abgetönt, im Reflexlicht, an
der Backe, warm (mit Gelb). Starkes Licht fällt auf Stirn und
Nase, weniger kräftiges, aber immerhin scharf begrenztes, auf die
Backe. Die ganze Behandlung ist durchaus illusionistisch, wie
klar hervorgeht aus einem Vergleich mit dem Kopfe, den Winter
auf einem Schilde des Alexander-Sarkophags (Taf. 6) nachge-
wiesen hat, und kaum weniger mit dem schon von Pagenstecher
herangezogenen Medusenkopf eines Grabgemäldes aus Gnathia
(Rom. Mitt. XXVII, 1912, Taf. IV). Wäre die Herkunft unserer
Abbildung nicht bekannt, man würde meinen, es mit einer „pom-
peianischen" Malerei zu tun zu haben.

Das Paar Schuhe zu Kairo, das Edgar so beschreibt: The
soles, the lining and the tabs are red, the Uppers are yellow
(variously shaded) with white seams; strings brown; the tongs
are yellow shading into dark green, scheint in seinem Farben-
wechsel und dem dadurch erreichten starken Relief ein drittes
Beispiel zu liefern. Auch die Fackel unserer Tafel ist zu ver-
gleichen.

Daß solche Gegenstände an die Kunst des Rhuparographos
Piraeicus erinnern, leuchtet ohne weiteres ein. Leider laßt sich
nicht bestimmen, wo er gemalt hat. Der Effekt im Stilleben an
sich findet seine Vorläufer sowohl bei Apelles (Herondas IV,
60—65) wie wahrscheinlich auch bei dem Rhodier Simos (PHn.
N. H. XXXV, 143), bei Philiskos (a. a. O.) unbekannter Her-
kunft und sicher bei Antiphüos, dem Alexandriner (a. a. O. 114).
Es wird sich also die Stillebenmalerei in Sikyon entwickelt haben.
Gegen Sikyon richtet sich auch die Geringschätzung, mit der
Demetrius Phalereus von Blumen- und Vogelmalerei spricht (de
elocut. 76}.

Für Ägypten bleibt als eigenes also nur der Illusionismus.
Dazu stimmt Quintilian XII, 10, 6: Nam cura Protogenes, ratione
Pamphilus ac Melanthius, facilitate Antiphilus, coneipiendis
visionibus, quas (famaata^ vocant, Theon Samius, ingenio et
gratia, quam in sc ipse maxime jaetat, Apelles est praestan-
tissimus.

Amsterdam.

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