Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Antike Denkmäler (Band 3) — Berlin, 1926

Seite: 37
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ad1926/0043
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
37

Abb. i. Erg&mter AufnÖ

Scamillus von 0,004 bis 0,006 m Höhe vorhanden ist. Das
Fehlen des Scamillus bemerkte ich unter der Berglandschaft der
Platte B und dem Manne rechts auf C. Doch drückte auch hier
die Unterkante nicht auf die Abschlußleiste des Epistyls, da diese
nach vorn zu abgedacht war (Textbild 2).

All das Angeführte wiederholt sich, soweit möglich, an dem
Bruchstück A unserer Tafel, das Skias beim Ilissostempel ausgrub
und sogleich als liegengebliebenen Rest des Frieses in Anspruch
nahm, obschon ihm die soeben berichtigte Maßangabe im Texte
der Antiquities Schwierigkeiten machte (fJgaxrtxa für 1887, 82 f.,
Taf, A, b). Die Dicke gibt er mit rund 0,06 m, Karo (in seinen
gefalligen brieflichen Auskünften) mit 0,08, das heißt der eine ohne,
der andere mit Relieferhebung, die im untern Teil auch sonst er-
heblich geringer wird als das angeführte Höchstmaß von rund
0.010. Auch der erwähnte Scamillus ist in allen Abbildungen von A
unverkennbar (S. 39 links). Auf unserer Tafel zeigt die Zusammen-
stellung des Bruchstückes mit den ganzen Platten in derselben
Verkleinerung (auf ein Fünftel), inwiefern der Maßstab seiner
Reliefreste zu dem der vollständigen Platten paßt: das Menschen-
bein auf A ist zwar noch etwas größer als die größten der voll-
ständigen Gestalten, doch schwanken auch diese beträchtlich in
ihrer Größe. Der seltene Sack von A kehrt auf B wieder.

Der schöne großkörnige parische Marmor des Athener
Brockens hat sich beim Vergleich eines abgesprengten Splitters mit

Antike Denkmalkk 1914

den Berliner Platten als genau der gleiche erwiesen und eins
der Wiener Stücke paßt im Bruch an ein Berliner an (C.)

Die Rückseite des Fragments A zeigt unten in einem glatten
Streifen unter grob gespitzter Fläche einen Rest der Anathyrose
der vollständigen Platten. Der mit einer Rille eingefaßte, wohl
mit dem Spitzhammer grob behauene Spiegel tritt um etwa
0,004 zurück hinter den glatten Randbeschlag, an dem indessen
nicht selten noch Spuren des Zahneisens erhalten sind, wie auch
an anderen geglätteten Flächen. Seine Breite schwankt begreif-
licherweise. Wie Karo auf A maß ich auf E ringsum etwa 0,06;
auf C oben und unten 0,052, links (von hinten gesehen) 0,04;
ebenso an den kurzen Seiten von B, für dessen lange Seiten ich
0,055 anmerkte, wie für D überall (Abb. 3). Doch unterscheidet
sich diese Platte von den drei anderen dadurch, daß der glatte
Saum an der linken Kante der Rückseite ganz fehlt. Diese Ver-
schiedenheit mag mit der Beschaffenheit der Friesbalken zu-
sammenhängen, an die jede Platte anstieß.

Befestigt war jede Tafel an dem Steinbalken hinter ihr mit
Klammern der klassischen Doppeltau form. Die Bettungen für
den mittleren Stab der Klammern stehen von den Plattenecken
zumeist 0,107 ab, mitunter etwas weniger oder mehr, biszuo,Ti6
an Platte D links von hinten genommen (Abb. 3). Man bemerkt
die Stellen zumeist auch auf unserer Tafel, da die geschwächte
Platte nach vorn etwas einbrach. Die Vertiefungen für die Köpfe

19
loading ...