Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Antike Denkmäler (Band 3) — Berlin, 1926

Seite: 63
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Rückseite, sowohl die der Gestalten wie die der Stutzen, mit aller
Sorgfalt durchmodelliert und verziert worden ist. Ich glaube des-
halb, daß diese Annahme die bei weitem wahrscheinlichste ist und
daß also der Apollo und die Fragmente der anderen Statuen außer
ihrer hervorragenden stilistischen Bedeutung auch noch die andere
haben, daß sie uns ein Beispiel nicht von dekorativen Statuen dar-
bieten, sondern von Figuren, die bestimmt waren, frei im Räume
zu stehen und zu wirken.

IV. Fragmente der vierten Statue.
Ich habe schon gesagt, daß die Eurhythmie der Gruppe ver-
langt, das Vorhandensein einer vierten Statue anzunehmen. Es
ist wahrscheinlich, daß von den kleineren Fragmenten einige ihr
gehören, aber eine endgültige Antwort wird man erst dann geben
können, wenn die Prüfung aller bei unserer Ausgrabung gefundenen
Fragmente vollzogen sein wird. Als Beispiel bilde ich in Abb. 13
und 14 einige von diesen Fragmenten ab. Beachtenswert ist der
Teil einer Hand, hellgelb bemalt, der in dem Wasserbecken am
27. Juni 191S gefunden wurde. Da, wie wir gesehen haben, die
vierte Statue Diana dargestellt haben muß, könnte diese Hand zu
ihr gehört haben, da ihre Technik dem nicht widerspricht und
sie ihrer Hautfarbe nach zweifellos zu einer weiblichen Figur ge-
hört haben muß. Viel unsicherer steht es mit den anderen drei Frag-
menten, die wegen ihres Stiles und ihrer Technik mit den übrigen
Resten der Gruppe zusammengestellt worden sind, wie das kleine
Fragment Abb. 13 mit den charakteristischen Formen der Falten
an der Stelle, wo jene muschelartigen Mulden des hangenden Ge-
wandes sich treffen, geradeso wie beim Apollo und beim Merkur.
Das Stützenfragment, das in Abb. 13 wiedergegeben ist und das
große Gewandfragment Abb. 14 wurden am Fuße des Abhanges
im Tal des Cremera an der Cannetaccio genannten Ürtlichkeit ge-
funden; aber es ist, wie ich schon sagte, kein Zweifel, daß alle
Fragmente, die dort unten gefunden worden sind, aus den darüber
liegenden Heiligtümern, herabgeworfen wurden, wahrscheinlich ge-
legentlich der Anlage jener römischen Straße. Das Stutzen frag ment
wurde am 12. Juli 1914, das Stück Gewandung am 7. Januar 1915
gefunden. Von diesem habe ich schon in den Notizie degH seavi
1919, S. 20 gesprochen; es gehört, wie ich schon damals sagte
und wie man jetzt an der Wiedergabe sehen kann, an die Stelle
einer Figur, wo der letzte Zipfel des Himation von der linken
Schulter auf den Rücken niederhangt. So etwas kommt natürlich
in der Gewandung einer Figur nur einmal vor. Durch aufmerk-
samere Prüfung habe ich mich überzeugt, daß ich damals jene
Stelle wohl etwas zu niedrig angenommen habe, jedenfalls ist dieser
Teil an dem Apollon erhalten, während die Färbung des Tones
ausschließt, daß das Stück zu dem Merkur gehörte; ebensowenig
paßt es zum Herkules. Es gehörte also zu einer anderen Statue
Aniike Dknkmälkr 1918—26

und demnach wahrscheinlich zur Diana. Leichte Abweichungen
in den Verhältnissen scheinen dieser Annahme nicht hinderlich zu
sein.

B. ANTEFIXE UND AKROTERIEN.
(Farbentafel 55, Abb. 15—19.)
Aus der Masse der dekorativen Bildwerke des Apollotempels
in Veji bilde ich wieder die bereits veröffentlichten ab, dazu zwei



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noch unveröffentlichte Fragmente. Sechs von diesen Stücken sind
Antefixe, die beiden Fragmente gehören augenscheinlich zu Akro-
terien.

Tafel 55 und Abb. 15—16: Antefixe mit Gorgoneion.
In den Notizie degli seavi 1922, S 208 ff. habe ich berichtet
über die Funde, die am 3. April und am 7. Juni 1919 bei Aus-
grabungen im Heiligtum des Apollo gemacht wurden, Ausgrabungen,
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