Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Antike Denkmäler (Band 3) — Berlin, 1926

Seite: 65
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Abb. 18.

erkennt Della Seta mit Recht den besonderen Geist der etruskischen
und italischen Kunst im Vergleich mit den griechischen Vorbildern.
Ich habe schon nachgewiesen, weshalb diese Bildwerke Antefixe
sein müssen und weshalb die Ansicht von Della Seta, die er im
Dedalo ausgesprochen und in seiner Italia antica wiederholt hat,
sie seien vielmehr zwei Akroterien, unannehmbar ist (vgl. Notizie
degli scavi 1922, S. 210).

Abb.

ines Silens und

Antefixe mit Darstellung
einer Manade.
Jeder dieser Typen wurde in mehreren Exemplaren gefunden,
von denen ich hier das jeweils besterhaltene vorführe. Das Antefix
mit dem Stten wurde gefunden am 9. Juli 1918 dicht bei der nord-
lichen Mauer des großen Wasserbeckens neben dem Tempel, ge-
nauer gesagt, zwischen jenem Becken und der römischen Straße.
Ich habe davon gehandelt in den Notizie degli scavi 1922, S. 206
Antike Denkmaler u>i8—20

und verweise auf meine dortigen Ausführungen. Das Antefix mit
der Manade, von mir publiziert in den Noririe degli scavi, Fig. 10
wurde gefunden am 18. April 1918, 12,10 m abliegend von der
Ostseite jenes Beckens. Seine muschelförmige Mulde ist 0,42 m
breit und ungefähr 0,45 m hoch. Das Gesicht der Manade ist
0,13 m hoch und 0,95 m breit. Der Kalypter, von dem ein Stück
erhalten ist, muß einst dem der Antefixe mit dem Gorgoneion
gleich gewesen sein; erhalten ist auch ein Stück des Teiles, der
in den anderen Ziegel eingriff. Die Muschel des Silens ist
2 cm weniger breit. Beide Antefixe stimmen künstlerisch überein
und bieten zwei interessante Typen, den Silen mit den charak-
teristischen tierischen Zügen, der breiten platten Nase, des langen
Schnurrbartes und der tierischen Ohren, die Manade mit einem
Typus, der dem bekannten Typus der Korai ganz nahesteht und
mit lächelndem und liebenswürdigem Ausdruck. Zu bemerken ist,
daß auch die Haut des Silens weiß gemalt ist.

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