Wiegand, Theodor  ; Deutsches Archäologisches Institut [Hrsg.]
Antike Denkmäler (Band 4, Heft 2): Die altattische stehende Göttin in Berlin — Berlin, 1929

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von der Marmorplastik trennen wird 1). Ein Blick auf die Hände und Füße der Figuren im Hekatompedon- bzw. im Einfüh-
rungsgiebel beweist überraschende Gleichheit bis zu so feinen Einzelheiten wie der Niethaut der Nägel2). Die auffällig schwache
Bildung der weiblichen Brust findet ihre Analogie in der Hydrophore des Ölbaumgiebels, bei der auch der rote Chiton nebst den

Abb. 12. Grabrelief des Diskophoren zu Athen

Troddeln am Mantel und die gleiche Teilung der Haarwellen erscheinen; die andere weibliche Gestalt desselben Giebelreliefs, die
im Profil nach rechts schreitet, zeigt denselben roten Chiton bei gleicher Körperbildung 3). Die übergroße Augenbildung ist ganz all-
gemein: im Einführungsgiebel beim Zeus wie auch bei den heranschreitenden Göttern; wir finden dort auch wieder das horizon-

Abb. 13. Akropolistorso Nr. 593

tale Schopf band zwischen den Ohren4). Die Schrägbildung des Mäanders am oberen Chitonrand findet sich in verwandter Bil-
dung am Halse der Athena des Einführungsgiebels 5). Innerhalb der Porosplastik muten aber mehrere Werke älter an als unsere

x) Vgl. hierzu die ausgezeichneten Darlegungen von E. Pfuhl, Athen. Mitteilungen 38, 1923, 153 u. 158 ff.

2) Vgl. Th. Wiegand, Arch. Porosarchitektur Text Abb. 90 u. 91, wo auch die weiche Form des Handballens übereinstimmt. R. Heberdey, Altatt. Porosplastik 57 Abb. 36.
F. Eichler a. a. O. 97 Anm. 7.

3) Th. Wiegand a. a. O. Taf. 14 u. S. 202 f. Perrot-Chipiez, Histoire de l'art VIII 153 Abb. 85. Winter, Kunstgesch. in Bildern2 205, 4.

4) Th. Wiegand a. a. O. Taf. 7. R. Heberdey a. a. O. Taf. 1 u. 2; Text S. 18 u. Abb. 7.

5) Th. Wiegand a. a. O. Taf. 8.
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