Adamy, Rudolf
Die fränkische Thorhalle und Klosterkirche zu Lorsch an der Bergstraße — Darmstadt, 1891

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Fig. Mstfa^ade dcr Thorhalle.

Don der ehemaligen Bedeutung des Alosters Lorsch legt
auch die Anzahl der Airchen Aeugniß ab, welche uns neben der
Hauptkirche genannt werden. Die scclssikr v-rria haben wir schon
erwähnt. Dut dem Dormitorium war eine besondere Airche
verbunden, die als triplex') bezeichnet wird. Der hl. Asra war
die im Alosterhofe bcfindlichc kleine Airche gcweiht und als fünfte

l) vielleicht destand diese Kirche im Anschlus; an ein mehrgeschossigcs
Dormitorinm aus mehreren über einander gelegenen Räumen, von dcnen jeder
sür sich als Aircbe benutzt wurde. vgl. über derartige Doppel kapellen Vttc,
ksandbuch der kirchl. Kunst-Archäologie, Bd. I. S. Ausl. 5. 2S rc. nnd Adamp,
Architektonik. Bd. II. Abthlg. Z. S. S6Z re. wahrscheinlicher aber ist es, daß
drei Aircheuränme neben einander gemeint sind, von dencn vielleicht zwei für
Aranke bestimmt waren. vgl. weiter nnten unter »verwaudtes«. In der
Bedentung »dreischiffig- kommt »trivlex« nicht vor.

Airche wird die des HI. Udalrichs crwähnt. Irgendwelchs äpuren
dieser vier Airchen sind nirgends mehr sichtbar.

Der ehemalige Alosterbezirk ist noch heute größtentheils
durch eine Mauer umgrcnzt, die aus älteren und neueren 5tücken
besteht, je nachdem der Linsturz einzelner Theile einen Wieder-
aufbau verlangte. Diese Aäauer hat zugleich als ^uttermauer
zu dienen, da die ganze Lläche des Alosterbezirks sich mehr oder
weniger über dem Boden der Umgegend erhebt und der Hlug-
sand, aus dem der lchigel besteht, eine solche Lindämmung noth-
wendig machte. Dicht neben der Nordseite der Nlichaelskapelle
durchschneidet eine noch neue Landstraße den Bezirk; der nördliche
Theil des letzteren ist mit bsäusern bebaut oder zu Gärten um-
gewandelt worden; hier steht nur noch ein Bruchstück der alten
Ringmauer. Der südliche größere Theil ist aber noch bis zu der
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