Adamy, Rudolf
Die fränkische Thorhalle und Klosterkirche zu Lorsch an der Bergstraße — Darmstadt, 1891

Seite: 37
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Fig, 3 5 II. ZS. Bruchstück einos pilasterschaftes und Lckstück eines Frieses, beide aus Sandstein.

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L, d. h.

Osrliok M0QLcliu8 et presd^ter.

Der Name fiiidet sich im Lorscher cLodex um 827 und 85 s er-
wähnt, wodurch der Grabdeckel fnr die karoliugische Gpoche

manmgfaltig, wie unsere Tafel zeigt, so daß sich die verschiedensten
Nluster daraus herstelleu lassen: sie sind drei-, vier- und achteckig,
rauten-, halbkrcis- und zwickelsörmig; nur eine Art läßt auf ein
mit Sicherheit vorhanden gewesenes Muster schließen: die schuppen-
sörmige aus rothem und weißem Nlarmor. Unsere Tasel theilt eine
Ansicht dieses Atusters mit. U)ir wollen uicht versäuinen, daraus
hinzuweisen, daß dasselbe auch in späterer Zeit noch in gleicher
Form verwendet wird: die Airche 5t. Anastasia in Verona,
die gegeu <Lnde des s3. Zahrhunders erbaut wurde, hat noch

Fig. 3 7 u. 38. Pilasterkapitäle aus Saudstcin.

beglaubigt crscheint. Die Bearbeitung des Sargdeckels ist eine
schlichte, glatte, ähnlich wie an den Llendsteiuen der Thorhallc.

Aehren wir nach dieser kleinen Abschweifung zu unserm
bsauptthcma zurück, so erübrigt uns zunächst noch, von dem bereits
oben uud in deu Urkundeu erwähnten Ucosaiksußboden zu sprechen,
von dem wir eine Anzahl 5teine (Taf. 5) aus der Aschenschicht in der
Gegend des eiustigen ksauptaltares der Airche aufieseu kounten.
Das Ulaterial derselben ist weißer und rother, sowie farbig ge-
aderter Ularmor; außerdem kommen in geringerer Anzahl rothe
5teine aus gebranntem Thou vor. Die Gestalt der 5teinchen ist sehr

heute einen ^ußboden mit demselben Ucuster, nur sind hier mehr
Farben gewählt. Die einzelueu 5teine des ehemaligeu <!orscher
' Fußbodens siud sehr sorgfältig bearbeitet, insbesondere au den
Aauten glatt und scharf; sie lausen sämmtlich nach uuten stark
konisch zu uud haben auch hier und da noch 5puren des Ulärtels
au sich, in deu sic gebettet waren. Die aus Thon hergestellten
5teine sind wic die aus Ucarmor bearbeitet wordeu: sie zeigen
5puren des 5chleisens, durch welches die Aanten die gcwünschte
5chärse erhielten. Uebrigens ist ihr Thou nicht gauz kompakt,
sondern schwammartig mit einzelnen Lächern durchsetzt.
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