Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft   [Hrsg.]
Die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft 1883/1908 — Berlin, [1908]

Seite: 48
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fabrik unerläßliche Leichtigkeit der Kommunikation zwi-
schen den einzelnen Räumen gewonnen. Zahlreiche
Treppen und mechanische Aufzüge vermitteln die Ver-
bindung von einer Etage zur anderen. Außerdem ge-
stattet diese Anordnung, die Erzeugungsprozesse nach
Art und Zusammengehörigkeit der Objekte so zweck-
mäßig wie möglich zu gruppieren.

Die sich teilweise unter die Höfe erstreckenden Keller
enthalten Lager für Rohmaterial, Speisesäle, Wohlfahrts-
einrichtungen und eine Pumpenanlage, die nicht nur
das Werk selbst, sondern auch die Maschinenfabrik mit
Wasser versorgt. Im Erdgeschoß werden die Gegenstände
fabriziert, deren Herstellung schwere und große Arbeits-
maschinen verlangt, oder die, wie Schalttafeln, hohe
Räume beanspruchen. Die nächsten Stockwerke sind der
Feinmechanik überlassen: der Anfertigung von Elektri-
zitätszählern, kleinsten Motoren, Bogenlampen, Meßin-
strumenten usw. und der Spulenwickelei. Dann folgen
im Dachgeschoß die Lager der fertigen und der zur Ex-
pedition bestimmten Erzeugnisse. Installationsmaterial
wird in einem an der Voltastraße gelegenen Gebäude
produziert. Schmieden, Hitzöfen und andere der Gesund-
heit nicht zuträgliche Einrichtungen befinden sich in ab-
geschlossenen, gut ventilierten Gelassen.

Alle Werkmaschinen besitzen elektrischen Einzel-
antrieb. Die hierfür wie zur künstlichen Beleuchtung
notwendige Energie liefert die Kraftstation der Ma-
schinenfabrik. Überall sind die erforderlichen Maßregeln

getroffen, um das Personal gegen Unfälle zu schützen
und Feuersgefahr zu verhüten.

In der Ackerstraße wird hauptsächlich Massenfabri-
kation betrieben. Man war von vornherein bestrebt, die
Objekte zu normalisieren, ihre einzelnen Elemente aus-
wechselbar und für die verschiedensten Erzeugnisse
verwendbar zu gestalten. Das ist nicht nur bei den me-
chanischen Teilen, sondern auch bei den elektrischen
Ausrüstungen gelungen. Die auf diese Weise erzielte
Leistungsfähigkeit des Werkes, welche ebenso in der
Qualität und Preiswürdigkeit der Gegenstände wie in
kurzen Lieferfristen zum Ausdruck kommt, wird noch
durch besondere Einrichtungen unterstützt. Dahin ge-
hören beispielsweise das Lackieren mittels Druckluft-
spritzen, das Wickeln auch der feinsten Spulen auf
Spezialmaschinen, eine peinlich genaue Kontrolle durch
Prüfstationen.

Die Fabrik hat im Geschäftsjahr 1906 7 mit durch-
schnittlich öooo Angestellten für 11,5 Millionen Mark
Rohmaterial verarbeitet. Sie lieferte sehr erhebliche
Mengen von Bogenlampen, Elektromotoren kleinster
Type, Elektrizitätszählern, Meßgeräten, Installationsmate-
rial, Starkstromapparaten für niedere und hohe Spannung.
Diese speziell sind zu großer Vollkommenheit entwickelt
worden und entsprechen, da sie äußerst zuverlässig wir-
ken, sich ohne jede Gefahr bedienen und schnell instand
setzen lassen, allen Bedingungen, die der Betrieb mo-
derner Wechselstromanlagen stellen muß.
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