Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 16
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0030
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Die Toten

Sutech ein fremder (vorderasiatischer) Gott, mit Set zu-
sammengeworfen.
Tefnut Schwester des Schu (Löwe).
Thoth Gott der Weisheit (Ibis und Pavian).
Thripis Göttin griechischer Zeit.
Toeris niedere Göttin (Nilpferd).
Up-uat zwei niedere Totengötter (Schakale).
Wen-nofre Beiname des Osiris.

in. Die Toten.

Eine eingehende Darstellung erfolgt in dem oben er-
wähnten Handbuche; die nötigen Angaben über die Grab-
anlagen u. s. w. siehe unten bei den einzelnen Abschnitten.

Der Aegypter denkt sich das Reich der seligen Toten
ursprünglich am Himmel bei den Sternen; eine andere Vor-
stellung ist, dafs die Toten in einem besonderen Teile der
Welt wohnen, der am Tage dunkel ist und den die Sonne
in der Nacht durchfährt. Den Zugang zum Lande der
Toten denkt man sich stets im Westen, wo die Sonne unter-
geht; der „Westen" ist daher geradezu ein Name für das
Totenreich. Herrscher im Totenreich ist der Gott Osiris,
der ja einst selbst gestorben und doch wieder auferstanden
ist; nach einer besonders später verbreiteten Vorstellung
unterzieht er die zu ihm kommenden Toten einem Gericht,
in dem sie ihre Sündlosigkeit beweisen müssen.

Die Toten, die diese Prüfung bestehen, heifsen „wahr an
Wort", was seit dem m. R. das ständige Beiwort für die
Toten wird.*) Seit dem n. R. wird- es Sitte, den einzelnen
Toten, der ja das gleiche Schicksal wie Osiris haben soll,
schlechtweg „Osiris NN." zu nennen.

Was der Gott Osiris den Toten bietet, sind vor allem
die Speisen seines Tisches, wie denn überhaupt die Er-
nährung der Toten eine Hauptsorge für die Aegypter bildet.
Durch Opfer, die man dem Toten bringt, durch Formeln,
die man hersagt, und durch mannigfache andere Gebräuche,

*) Von uns dann mit „selig" übersetzt.
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