Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 24
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0038
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III. Säulenhof

innerer später ebenso wie der Sperber (1622 dieses Saales) und die
Raum Löwen (Saal XI, Wd. VIII, IX) von einem Aethiopenkönig
in seine Residenz Napata verschleppt. — Der schwere
Körper hängt nach einer Seite über, die Augen waren
eingelegt; Ohren, Hörner und Sonne sind ergänzt. — Die
Inschrift rühmt den Tempel von Soleb, den der König
sich selbst und dem Amon geweiht hatte. Er war sehr
iceit und gross gemacht und seine Schönheit wurde vermehrt,
seine Thortürme erreichten den Himmel und die Flaggenstangen
(vor den Türmen) vereinigten sieh mit den Sternen des
Himmels. Er war mit einer grossen Mauer umgeben, deren
Zinnen mehr als der Himmel glänzten und den Obelisken
glichen, die König Amenophis für eine Million von Millionen
von Jahren errichtet hat. — (Lepsius.) R. Gr. 1. 2,06 m (als
Gegenstück ein Abgufs).
7261. Altar von dem Aethiopenkönig Netek-amon und seiner
Gemahlin Amen-tari (griechisch-römische Zeit; S. 9)
in den Tempel der Isis zu Ben-Naga in Nubien geweiht.
Wichtig als einziger Anhalt zur Entzifferung der aethio-
pischen Schrift, da die beiden Königsnamen innerhalb der
Inschriften aegyptisch, über ihren Bildern aber aethiopisch
geschrieben sind; wir lernen so acht Zeichen des aethio-
pischen Alphabetes (etwa a, i, k, m, n, r, t, ta) kennen. —
Vorn die Göttin Sechmet, die, Herrscherin des Südens, den
Himmel tragend; hinten eine Göttin des Nordens, links
der König, rechts die Königin in der gleichen Handlung.
Der König trägt als Aethiope (Saal VII, Wd. XIII) zwei
Königsschlangen, Ohrringe und Halsketten. Beischrift
neben dem Könige: du bleibst, du bleibst auf dem. grossen
Throne, o Isis, du Herrin von Atter, wie die Sonne, die im
Horizonte lebt und lässt gedeihen deinen Sohn Netek-Amon auf
seinem Throne. — (Lepsius) Sdst. h. 1,18 m.
7264. Kolols eines unbekannten Königs, vermutlich
des m. R., aus dem Tempel von Tanis. Bei dem Umbau
dieses Heiligtums hat Ramses II. (S. 7) die ursprüng-
lichen Namen (am Thron längs der Beine und auf dem
Schild des Gürtels) durch seine eignen ersetzt. Auch das
Täfelchen mit den Namen, das der König auf der Brust
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