Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 34
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0048
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Saal IV. Altes Reich (2800—25oo v. Chr.)

gestellt: der eine Schlächter zieht den Schenkel an, der
andere schneidet ihn am Gelenke ein, ein dritter schärft
sein Messer an einem Stab, den er am Schurz trägt. Bei
dem vierten Tiere wird der Schenkel ganz abgelöst, bei
dem fünften das Herz aus dem Leibe genommen. Links
tragen Diener die abgeschnittenen Schenkel zum Grabe.
Die Schlächter rufen sich zu: halte dies! Antwort: ich
thue es sehr gut oder: ziehe! Antwort: ich thue nach deinem
Gefallen.

d) Oben der Spalt zum Serdab (S. 3i). Die Bilder, die die
Gewinnung der Milch für die Opfer darstellen sollten,
sind unvollendet.

oben (jetzt verblasst, vgl. die Abbildung neben dem
Eingang): die Hirten auf dem Felde. Links stäubt ein Hirt
die Gans ab, die ersieh auf dem Herd gebraten hat, neben
ihm sein Hausrat. Darunter links zwei Hirten, die Brot
backen; der eine knetet Teig in einem Napf, der andere
stäubt die Asche fort. Daneben eine Hütte, in der ein
Speisetisch steht und eine Gans hängt. Rechts läfst ein
Hirt einen Ochsen niederknien, dahinter Kälber.

unten Melken der Kühe, denen die Füfse gefesselt sind
und Leute mit Milchkrügen: das tägliche Herbeibringen der
Milch. In der untersten Reihe Zerlegen der Opfertiere (in
der Mitte eine junge Gazelle), Fortsetzung von c.

e) Diener mit Opfergaben wie in c; unvollendet.

An den Wänden d und e läfst sich das Verfahren des
Bildhauers gut verfolgen. Er markiert zuerst mit roten
Linien und Punkten die Verhältnisse der Figur, skizziert
sie dann mit roter Farbe und zeichnet sie endgültig mit
schwarzer. Sodann wird der Grund zwischen den Figuren
vertieft und mit der inneren Ausführung derselben be-
gonnen.— (Lepsius aus Sakkarah). Aus derselben grofsen
Grabanlage, zu der diese Kammer gehörte, stammt auch
iii5, n35 an Wd. VII.

Teile von Scheinthüren.

Entweder von den seitlichen Pfosten oder die Tafel über der eigent-
lichen Thür, auf der der Tote dargestellt zu sein pflegt.
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