Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 39
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0053
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Kammer des Mer-eb

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grobe Stein keine feinere Ausführung erlaubte, waren die
kleineren Reliefs nur skizziert und alles Detail durch die
(jetzt verlorenen) Farben wiedergegeben. Vgl. die aus-
gehängten Abbildungen der Kammer im ursprünglichen
Zustand. Der untere Teil der Wände war als Holz-
täfelung bemalt.

a) (Aufsen) oben Opferformel und Aufzählung der Feste, an
denen dem Mer-eb geopfert werden soll. Auf dem runden
Balken der Thür sein Name. — Auf beiden Seiten der
Thür steht Mer-eb mit Szepter und Kommandostab (rechts
in Festtracht mit langem Haar und Pantherfell); neben
ihm seine Söhne, deren einer, Mcrcb der Kleine, als Schreiber
eine Buchrolle und Federn (hinterm Ohr) trägt.

b) Mer-eb blickt gleichsam aus dem Grabe heraus und besieht
den Sehatz, den ihm. das Königshaus bringt, Geicebe, . . . .
"Weihrauch, grüne und sehicarze Schminke uml Salböl. Vor
ihm ein Sohn und zwei Töchter; die kleinere fafst an
seinen Stock und hält eine Blume. Dahinter Opfertiere
(Rind, Kalb, Gazelle).

c) Mer-eb (neben ihm wieder Mcreb der Kleine, diesmal noch
als nacktes Kind) besieht das Totenopfer, das ihm das Königs-
haus bringt, tausend junge Ocltscn, tausend junge Gazellen u.s.w.
Vor ihm ein Schreiber mit der Liste der Opfer und ein
anderer mit Oelen und Geweben.

d) An der Thür das Loch der Angel und die leere Fläche,
wo sie anschlug. — Ueber der Thür zwei Schiffe, in denen
Mer-eb fährt, und zwar zum Opferfelde, dem Gefilde der
Seligen am Himmel. Unten Ruderschiff, oben Segelschiff,
dessen Mast aus zwei Stangen besteht; an der Spitze eines
jeden der Pilot mit dem Stab zum Lothen, hinten die
Steuerleute mit grofsen Rudern. In beiden Schiffen auf
dem Deck Kajüten.

e) Links der Tote und seine Mutter (an den Kleidern noch
Farben), rechts der Tote allein. Dazwischen: unten
Schlachten des Opferstieres, darüber Diener mit Gazelle,
Kalb, Gans und Leinwand; oben Bauern und Bäuerinnen
bringen Speisen zum Grabe, neben jedem der Name des
Dorfes, das er vertritt.
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