Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 104
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0118
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104 Saal VII, Wand I—XI. Neues Reich (1600—1100 v. Chr.)

II Aus einem Privatgrab in Theben: 8476. Gewinde aus
Perseabl'ättern; einzelne Blätter ausgebreitet. — 8475. Ge-
winde aus OelbaumblUttern (Olea europaea) auf einem
Leinenfaden. — 8486. Zweige von Pfeffermünze (Mentha
piperita.)
Neben II

2082. Unterteil der Statue des Bek-en-chons, Hohen-
priesters des Amon, Sohnes des Amen-em-opet, des
Generales der Truppen des Amon. Er erzahlt: ich war
ein Mann, den sein Gott lobte; er Hess meinen Namen wie
den der Günstlinge sein bei seinem leibliehen Sohne, dem
Herrn beider Länder Amenophis, dem Lieblinge des Amon.
Welcher der Amenophis genannten Könige (S. 5, 6) ge-
meint ist, ist nicht zu ersehen. — Bek-en-chons hockt auf
einem Kissen, auf seinem Kleide Götterfiguren. — (Lepsius)
Schw. Gr. h. 40 cm.
C, Schrank

Aus einem Massengrabe in Theben, aus der Zeit Ramses' II.

Das Grab, das aus einem Gang im Felsen von 9 Fufs Höhe und
100 Fufs Länge nebst zwei Nebengängen bestand, war in seiner ganzen
Länge mit Mumien und einfachen Särgen, die übereinander getürmt
waren, angefüllt. Wie bei allen ähnlichen Gräbern, waren diese in
späterer Zeit in Brand gesetzt worden, doch entging in diesem Fall
ein Ende des Ganges, das durch einen Einsturz der Decke abgesperrt
war, der Vernichtung. Dieser Teil wurde von Passalacqua entdeckt und
lieferte ihm sehr zahlreiche Altertümer; leider läfst sich nur noch für
die in diesem Schrank zusammengestellten sicher die Herkunft aus
dem Massengrabe nachweisen. — Der Sessel 791 aus diesem Grabe
steht seiner Gröfse wegen in Schk. A (S. 88).

Von der Mumie eines Mädchens.

In einem sehr einfachen Sarge lag in Linnen gewickelt die durch
schoneFormen auffallende jugendliche Mumie; der 1. Arm deckte die Brust,
die r. Hand (713) lag am Unterleib. Die Haare waren sorgsam geflochten und
mit Haarnadeln besteckt, die Brust schmückten drei Halsbänder (1991 bis
1993); in den Ohren trug sie goldene Ringe (1826, 1827), am Zeigefinger der
1. Hand einen in Gold gefafsten Käferstein (8663). Um die Hüften waren
Schnüre aus Gold, Lapislazuli und Karneol (etwa wie 1990 in Schautisch J 1
in Saal VIII) geschlungen, um den 1. Arm eine doppelte Schnur kleiner
Perlen (etwa wie 1994 ebenda); beide wurden leider nach der Auffindung
entwendet. — Unter dem Kopf der Mumie lag ihr Spiegel (2818), da-
neben das Fayencekästchen (2o38), das die Kette 1997 enthielt; längs der
Mumie standen der hölzerne Napf 4702 und die drei Alabastergefäfse
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