Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 113
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0127
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Von Särgen u. ü., Totenfiguren

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Grab gelegt wurden; diese sollten als Ersatzmänner des Toten die D
Feldarbeit verrichten. Sie sind in der Regel als Mumien gebildet und Oberes
halten Ackergeräte (Hacken, -wie in Schk. Ä, C) und Sack; nur in Fach
Dyn. 19 ist es vorübergehend Sitte, ihnen im Widerspruch zu ihrer
Bestimmung die Tracht der Lebenden zu geben. Auch die, die ihre
Seele in Gestalt eines menschenköpfigen Vogels auf der Brust halten,
durften in Dyn. 19 gehören. — Sie tragen den Namen des Toten, dem
sie dienen sollen und meist auch die Formel: 0 du Figur, wenn AW.
bestimmt wird \u den Arbeiten, die im Jenseits gemacht werden . . . ,
um die Felder wachsen \u lassen, um die Ufer ;u bewässern, um den Sand
des Ostens nach Westen ;k fahren, so (sprich) du: ich bin es, hier bin
ich. — Achnliche Figuren, freilich ohne die Ackergeräte und die Auf-
schrift, kommen vereinzelt schon im m. R. vor (S. 60); im n. R. wird
die Sitte allgemein, besonders seit Dyn. 19, und man giebt sie dem
Toten oft in grofser Anzahl bei. Die Ausführung ist seitdem eine
sehr ungleiche, die Aufschriften sind meist entstellt und verstümmelt.
— Vgl. auch Schk. E, Schk. G; ferner Schk. D in Saal VIII.

Für Könige und ihre Angehörigen.

9.S44. Unbekannter König, dessen Name ausgekratzt ist,
also vielleicht aus dem Ende der Dyn. iS (S. 6): anstatt
der Ackergeräte hält er die Abzeichen des Osiris, auch
die Aufschrift ungewöhnlich. — Kopf fehlt. AI. h. 3o cm.

Sethos I. (S. 7). Rohe Holzfiguren, mit Asphalt überzogen,
der die Inschriften fast verdeckt; in grofser Menge in
seinem Grabe gefunden.

Ramses II. (S. 7), im königlichen Kopftuch, mit Hacken
und Sack; von vorzüglicher Arbeit, aber schon im Alter-
tum von Grabräubern (vgl. zu Schk. G) der goldnen Ein-
lagen beraubt und zerbrochen. Merkwürdig auch als eine
der ältesten hohl gegossenen Broncen.

Cha- em-uaset, Sohn Ramses' II. und Hoherpriester von
Memphis, noch in griechischer Zeit der Volkssage be-
kannt; mit der Locke der Prinzen und Bart; w. und blaue F.

Ese-nofre, Gemahlin Ramses' II. und Mutter des Vorigen,
gr. F.

Ese, Gemahlin Ramses' III., mit der Locke der Prinzesinnen,
gr. F.

Ramses (einer der letzten dieses Namens); ein längliches
Stück Alabaster mit roh aufgezeichnetem Gesicht. Hatte
einen Ueberzug von blauem Wachs.

Acgyptische Altertümer. S
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