Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 153
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0167
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Grabreliefs

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letzten dieser hohen Beamten sind anscheinend in ein leb-
haftes Gespräch geraten. — Am Schlufs der Fürst, d. h. wohl
der Kommandant von Memphis, der sich mit der L. das
Haar streicht und sich redend zu den hinter ihm gehenden
Priestern umwendet. Diese, deren Namen einzeln an-
gegeben sind, rufen: nach Westen, nach Westen, zum Lande
der Seligkeit! . . .du warst ja unser Vater. — Die Stimmung
der ganzen Darstellung drückt die Beischrift des Sarges
aus: Niemand hört auf, dich zu beweinen. — K. br. i,3o m.
12412. Aus dem Bilde der Totenfeier, wohl auch aus
derselben Grabergruppe, aber auf einen andern Toten be-
züglich und künstlerisch ungleich geringer.

Oben Transport einer Statue des Toten, die in einer
Kapelle in einem Schiff steht; daneben zwei Männer und
zwei Klageweiber. Das Schiff wird von einem Ruderboot
geschleppt; am Ufer des Kanales, in dem Fische und
Vögel zwischen Lotusblumen schwimmen, stehen Palm-
bäume.

In der Mitte Lauben mit Speisen und Krügen wie
auf dem vorigen Relief; Knaben stehen wieder davor und
giefsen Wasser aus oder räuchern.

Unten der Schlitten mit der Leiche. Er hat die Ge-
stalt eines Schiffes; in dem Sarge sieht man die Mumie,
Figuren von Isis und Nephthys stehen daneben. Am
Kopfende klagt seine Mutter, die Hausfrau Maia, am Fufs-
ende räuchert ein Priester. Ochsen, vor denen Wasser
gesprengt wird, ziehen den Schlitten; man ruft ihnen zu:
ihr zieht den Gepriesenen, damit ihr ihn führt zu dem schönen
Westen, zu seinem Hause der Ewigkeit, dass er komme zu
seinem Vater und seiner Mutter, dass die Herren des Gräber-
feldes (d. h. die Toten) zu ihm sagen: „sei willkommen, sei
willkommen". — K. br. 1 m.

1625. Anbetung alter Könige, aus dem Grabe des Cha-
bechnet, Dieners der thebanischen Gräberstadt. Er selbst
steht r. betend, vor ihm ein Speisetisch für die heiligen
Toten, die in zwei Reihen sitzen. Oben zuerst Ameno- .
phis I., hinter ihm seine Mutter Nefret-ere, dann zwei
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