Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 165
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0179
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Statuen, Reliefs

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aegypten als Geier. Amon-Re begrüfst ihn als seinen XIII
leiblichen, süssgeliebten Sohn und verspricht ihm alle Länder
und alle Barbarenländer unter die Sandalen zu legen; Mut
verhelfst ihm sehr viele Jubiläen (S. 27; 156). — Nach der Ver-
treibung der Aethiopen sind die Namen des Königs aus-
gekratzt (nur aufsen links unten einer erhalten) und ebenso
die Schlange von Oberaegypten an seiner Stirn. — (Lepsius)
Sdst. h. 2,48 m.

10114. Statue einer Königin im herkömmlichen Ornat
(S. i5o): mit einem Gürtel mit langen Bändern, auf dem
Haupt den Kopfschmuck der Isis, in den Händen eine
Art Wedel und eine Blume (?); mit Halskragen, Ohrringen
und Armbändern. Die schlanke Figur zeichnet sich durch
Grazie und gute Erhaltung aus. — (1885) Gr. St., h. 55 cm.

2278. Betender Mann; er hält vor sich den Widderkopf
des Amon, der mit Halsketten und einem Kranz ge-
schmückt ist. Auf dem Untersatz dieses Kopfes ist links
derselbe Gott in ganzer Figur, der Amon-Re vom südliclien
Theben dargestellt. — Soweit war die Statue von ihrem
Verkäufer ausgeführt; der Käufer, ein Oberivasserspender,
hat dann, als er sie als sein eigenes Bild in den Tempel
weihte, aufser seinem Namen noch die Figur der Königin
Karomama (Gemahlin Takelothis' IL, S. 9) eingeritzt,
die vor dem Gotte mit zwei Sistren musiziert. — (Lepsius)
K. Kopf fehlt; h. 5o cm.

8507. Sargdeckel siehe S. i63.

Schrank G

Aus dem Fund der Königsmumien von Der-el-bahri.
Der Verfall Aegyptens gegen Ende des n. R. war ein solcher, dafs
der Staat nicht mehr imstande war, die Gräber des thebanischen
Gräberfeldes wirksam vor Räubern zu schützen und insbesondere
waren die Gräber der Könige in dem abgelegenen Wüstenthal von
Biban-el-moluk der Plünderung ausgesetzt. Wir besitzen noch Akten
aus den Untersuchungen, die unter Ramses IX. über die Zustände der
Gräberstadt Thebens angestellt wurden. Schlielslich mufste man einige
Gräber als unhaltbar aufgeben; man brachte z. B. die Mumie Ramses'II.
zuerst in das Grab Sethos' I. und dann, als auch dieses nicht mehr
sicher schien, in das Grab Amenophis' I., und zuletzt erschien es als
die einzige Rettung, die noch erhaltenen Königsleichen (dabei Ame-
nophis I. und seine Mutter Ahmose-Nefret-ere, Thutmosis III., Sethos I.,
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