Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 175
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0189
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Steinsärge

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andern Städten bekleidete. Der Sarg übertrifft den vorigen Zwi-
fast noch an Schönheit der Arbeit, steht aber in der Ge- schen
sammtwirkung hinter ihm zurück. ^XVl'

Deckel: Bild der Himmelsgöttin (der Kopf besonders
schön), die die Morgensonne Re und die widderköpfige
Abendsonne Atum trägt. Darüber die Inschrift: Es sprechen
Re und Atum: Ach Osiris Pete-ese, du gehst mit Re am
Morgen auf und gehst mit Atum am Abend unter, alltäglich
und ewig. — Neben der Göttin die Sonne in den vier
Gestalten (Kind, widderköpfiger Mann, Widder und
Käfer), die sie im Laufe des Tages und der Nacht an-
nimmt.

Unterteil: An den Längsseiten 5o Geister mit selt-
samen Köpfen, die dem Toten ihren Schutz versprechen.
So sagt der als Affe gebildete Geist Pavian: ich richte mein
Messer gegen den, der sich gegen dich verschwört; der fol-
gende affenköpfige Gluthocher sagt: ich Icoche deine Feinde
u. s. w. — Am Kopfende zweimal das Schiff, in dem die
Sonne nachts durch das Totenreich fährt und viele der
dort wohnenden Geister. — Am Fufsende: die Sonne be-
tritt ihre Tageslaufbahn; die Westgöttin (1.) reicht sie aus
dem Schiffe, in dem sie die Nacht gefahren ist, der Ost-
göttin (r.) zu, die in dem Tagesschiffe steht. Darunter
Götter, die im Norden und Süden des Himmels wohnen.

Innen: Nur eine Zeile am Rand. Da der innere
hölzerne Sarg nicht in den Steinsarg hineinpafste, so hat
man diesen nach seiner Vollendung noch gegen das Kopf-
ende hin erweitern müssen. — (Drovetti) D. Gr. 1. 2,5o m.

Reliefs aus Tempeln. Wand XVI

2112. Aus dem Tempel von Karnak: Anchnes-nefer-
eb-re, nominelle Königin von Theben (S. 10) unter den
letzten Herrschern der 26. Dynastie, steht mit ihrem
höchsten Beamten Scheschonk vor den Göttern Amon
und Ptah. Amon fafst ihre Hand und reicht ihr das
Schriftzeichen für „Leben". Die Königin hatte rosa
Hautfarbe und trägt ein weites Gewand; Scheschonk ist
als Unterthan kleiner als sie dargestellt und trägt ein
Amtskleid und einen Wedel. — (Lepsius) Sdst. 1. 91 cm.
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