Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 232
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0246
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a32 Saal VIII. Särge späterer Zeit und kleine Altertümer

E 4664 Ptah. — 589 Katze mit Kränzen um den Leib. — 588,
6785 Schakal, eine rote Binde um den Hals.

Zwischen Schränken und Schautischen

i25oo. Kopf eines Mannes, das künstlerische Haupt-
stück der Sammlung, in dem S. 182 besprochenen Stil.
Besonders schön der kahle Schädel mit seinen mannig-
faltigen Flächen und seinem nicht ganz symmetrischen
Bau, die Mundpartie und die eigentümlich gebildeten
Ohren. Die Augen nach aegyptischem Herkommen ohne
Thränendrüse und mit dünnen Lidern, aber dennoch mit
höchst lebendigem Ausdruck; man beachte die leichte
Faltung der Oberlider. Merkwürdig sind die kleinen
Fältchen in der Oberlippe und an der Nase. — Von einer
stehenden oder knienden Statue, wie der Rest des Rücken-
pfeilers zeigt. — Der kahle Kopf bezeichnet den Dar-
gestellten als Priester; da indessen fast jeder vornehme
Aegypter der Spätzeit ein Priesteramt bekleidet, so kann
der Dargestellte auch ebenso gut eine weltliche Stellung
eingenommen haben. — (1894) Gr. St. h. 22 cm.
11404. Kopf eines Bockes, von der Spitze einer grofsen
Tempelbarke, vgl. S. 221; 222, 8681. Von dem zweiten
Exemplar, das das andere Ende der Barke zierte, war nur
ein Horn erhalten, das zur Ergänzung des vorliegenden
verwendet ist. Der sehr schöne Kopf des Tieres ist mit
Gold und bunten Glasflüssen ausgelegt. — (1893 durch
von Kaufmann.) Br. h. 32 cm.

H, Schautisch

Skarabäen (Käfersteir.e) und ähnliches.
Das Bild des Käfers (der ja eine der Gestalten des Sonnengottes
war) wurde wohl von alters her als Amulett verwendet und findet sich
als solches bei den Mumien, vgl. Kasten 4. — Des weiteren ward der
Käfer aber auch sonst als Form für kleine Kunstgegenstände benutzt,
und insbesondere liebte man es, den Rückseiten der Siegelsteine diese
Gestalt zu geben. Weitaus die meisten Skarabäen sind derartige
Siegelsteine.

Daneben wird die Rückseite der Siegel oft auch als ein anderes
Tier gestaltet oder sonst verziert; unverziert bleibt sie nie, da
sie bei der Art, wie man die Steine im Ringe befestigte, stets sichtbar
war. — Man siegelte in Thon, vgl. S. 29; 61; 208. Die Skarabäen
sind nur selten in Halbedelsteinen gearbeitet, meist in geringeren
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