Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 285
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0299
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/aegyptische_altertuemer1894/0299
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Totenbahre; Modell eines Reliefs

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die mit ausgebreiteten Flügeln den Osiris schützten — Zwi-
Isis und Nephthys klagend — das tote Kind in weifsem sehen
Kleid mit roter Kappe, dazu Isis und Nephthys in grünen V1^-u'
Kleidern. — (1894 durch Reinhardt.)

Schrank D 1

10647. Stuckmodell mit dem Bilde eines aegyptischen
Festes. Vortrefflicher Entwurf eines griechischen Künst-
lers, etwa für ein grofses Gefäfs? oder als Kapital gedacht?
— Vor dem bekränzten Tempelthore sitzt Isis (auf eine
Sphinx gelehnt), neben der Harpokrates steht, neben ihnen
lagert der Flufsgott des Nils. — R. von den Göttern zwei
Mädchen mit Fackeln, die eine entzündet damit eine hohe
stehende Fackel. — L. Zurüstung des Opfers: ein kahl-
köpfiger Priester in langem Kleid schlachtet die Gazelle (?),
ein Tempeldiener (mit Mütze) rüstet den hohen Altar zu,
ein anderer prefst eine Traube in eine Schale. Dahinter
ein hoher Krug auf einem Untersatz (das Oel?) und eine
Dienerin, die nach ältester Art (S. 49; 74) im Korbe über
einem Topf den Teig zum Brote knetet. — Dahinter ein
Kameelreiter, etwa ein von weit her kommender Besucher
des Festes, sowie eine sitzende Frau, die sich zu der
Mittelgruppe umwendet, vielleicht die Göttin der Stadt. —
Im Hintergrund die Stadtmauer, zwei heilige Tiere (Widder
und Wolf?) auf hohen Basen und Palmbäume. — (1887
durch Reinhardt aus Athribis.)

Bronzefiguren griechisch-römischer Zeit.
Diese Bronzen, die Goldfiguren und Siegelsteine (Schaut. F 1) und
vor allem die zahlreichen Thonfiguren (Seht D 2) veranschaulichen
den eigentümlichen Charakter der späteren aegyptischen Religion, die
von den alten einheimischen Göttern fast nur noch Osiris-Serapis,
Isis, Harpokrates, Anubis und Bes kennt, zu diesen aber die grofsen
griechischen Götter und andere heilige Wesen fügt. Diese ver-
schiedenen Elemente werden dann unter einander vermengt, so dafs
es oft schwer ist, derartigen Figuren einen bestimmten Namen zu
geben. — Der Stil ist auch bei den Figuren der aegyptischen Götter
meist der griechische, in allerdings wenig erfreulicher Abart Charak-
teristisch ist, dafs die Kronen der alten Götter gern so klein gebildet
werden, dafs sie kaum noch als Kronen kenntlich sind.

Isis meist mit dem Kopfschmuck der Hathor; charak-
teristisch auch der eigentümliche Knoten auf der Brust,
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