Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 300
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0314
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Saal X. Griechisch-römische Zeit

IX 11435. Aehnliches, in der Mitte ein Vogel, in den Ecken
Knaben mit Kränzen und Früchten, dazwischen Frucht-
schalen.

Seidenstickereien, wohl spät; 11437 auf blau, Vögel und
einfache Ornamente. — 114.58 auf gewöhnlichem Leinen,
je zwei Vögel neben einem Baum, unter einer Art Arkade.

Rot und schwarze Besatzstücke.

Besatzstücke mit Jagddarstellungen in Medaillons ein-
geteilt; vielleicht eher auf Circusspiele als auf Jagden be-
züglich: ioo55 Schleuderer verfolgteinen Hirsch, Schwert-
kämpfer gegen einen Löwen. — ioo5ö Reiter, unter dem
Pferd ein Hase, am Rand Hasen und Blumen. — 11429
in der Mitte Einzelkampf gegen einen Löwen; oben und
unten ein Löwe und zwei Männer, von denen der eine
flieht, der andere kämpft.

Besatzstücke aus neun Medaillons, die abwechselnd
bunt und schwarz sind: Vögel, Löwen, Hasen.

11445. Längliches Besatzstück mit hübschem Blattmuster.

Wand Aus christlicher Zeit.

Der tiefe Verfall, den die Kunst im spätrömischen Reiche erleider,
zeigt sich auch in Aegypten. Er wird noch dadurcli begünstigt, dafs
das zur Herrschaft gelangte Christentum die Kunst auf wenige Auf-
gaben, wie Dekoration von Kirchen und Gräbern, beschränkt. Nur im
Kunsthandwerk erhalten sich die guten Traditionen noch längere Zeit
hindurch.

Die Inschriften werden zunächst nur griechisch abgefafst (oft sehr
barbarisch); das Koptische, die aegyptische Volkssprache, wird wohl
erst unter der arabischen Herrschaft in Inschriften verwendet.

Zur Datierung benutzt man in der Regel die 15 jährigen Perioden
der Steuerveranlagung (Indiktionen); später datiert man nach der Aera
der Märtyrer oder des Diokletian (von 284 n. Chr. ab).
2i36. Bauinschrift von der Quaimauer der Insel
Philae vom 14. Dezember 5yy n. Chr.: Dureh Gottes des
Herrn Fürsorge und durch das Glück unserer frommen Herren
Flavius Justinus und Aelia Sophia, der eioigen Augusti und
Imperatoren und des Gottbehüteten Caesar Tiberius Neos
Konstantinos und durch die Güte des Theodorus, des erlauchten
Dekurio und Dux und Augustalis der ihebanischen Landschaft,
wurde diese Mauer zum ersten Male erbaut unter dem Segen
der heiligen Märtyrer und des ehrwürdigsten Bisehofs Abba
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