Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 342
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0356
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XI. Saal der Gipsabgüsse

Zwi- Schmun, mit dem Pferd und dem Sistrum, die er dem
sehen Pianchi als Zeichen der Unterwerfung schenkte (vgl.
Xy^'u unten) und seine Gattin. Darunter küssen die Könige
xvn Osorkon von Bubastis, Juput von Tent-remu und Pef-
XVlii tew-didi-bast (S. 160) von Ehnas den Boden, hinter den
Göttern weitere Grosse der Masehaivascha und Fürsten von
Mendes, Sebennytos, Busiris und anderen Städten des
Delta. — Die Inschrift erzählt, dafs man dem Pianchi
meldete, Tef-nacht, der Fürst von Sa'is, dehne seine Herr-
schaft aus und rücke gegen Oberaegypten vor, die Fürsten
und Siaätherrscher seien wie Sunde zu seinen Füssen und
schlössen die Burgen nicht. Er belagere Ehnas, er habe
sich um es gelegt wie eine Schlange mit dem Schwanz im
Mund und lasse keinen heraus und hinein. Nun habe
auch König Nemarut von Schmun sich ihm unter-
worfen. Pianchi befiehlt darauf seinen in Aegypten
stationierten Offizieren, den Gau von Schmun anzu-
greifen und seine Menschen, sein Vieh und seine Schiffe zu
fangen, den Landmann nicht aufs Feld zu lassen und den
Pflüger nicht pflügen zu lassen. Zugleich schickt er ein
Heer nach Aegypten, dem er aber ausdrücklich anbefiehlt,
beim Passieren der heiligen Stadt Theben dem Amon seine
Ehrfurcht zu bezeugen. Dieses Heer zerstört eine nach
Süden ziehende Flotte und schlägt den Tef-nacht mit
seinen Vasallen bei Ehnas. Aber König Nemarut von
Schmun gelingt es, in seine Stadt zu gelangen und die sie
belagernden Aethiopen so arg zu bedrängen, dafs sie den
Pianchi um Hülfe bitten. Nun geht Pianchi, zornig da-
rüber wie ein Panther des Südens, selbst nach Aegypten, um
Schmun zu erobern und die Fürsten des Nordlandes den
Geschmack seiner Finger schmecken zu lassen; zugleich will
er dabei in Theben die Feste des Gottes mitfeiern. Als
er bei Schmun angekommen aus der Kajüte des Schiffes
hervorkam, die Bosse angespannt waren und er den Wagen
bestieg, da reichte die Kraft seiner Majestät bis hin zu den
Asiaten und alle Herzen waren voll von seiner Furcht. Er
schlofs die Burg mit einem Wall ein, die Schützen schössen,
die Wurfmaschinen schleuderten Steine und töteten die
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