Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 362
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0376
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Beschreibung der Papyrus

Linke lang den Beamten anflehte, erreichte er doch nichts. Da
Wand ging diese,- Bauer nach Elinas, um den Obergütervorsteher
Mcrui-tensi anzuflehen und traf ihn, wie er aus der Thüre seines
Hauses kam, um in sein Boot zu steigen. Als der vornehme
Mann seine Sache vernommen hatte, legte er sie seinen
Räten vor, die aber die Partei des Beamten ergriffen. Da
ging der Bauer wieder zu Merui-tensi und flehte ihn an und
sprach dabei so gewählt, dafs dieser dem König erzählte,
er habe einen Bauern gefunden, der wirklich schönredend
sei. Und der König war so erfreut über diesen Fund, dafs er
befahl, die Sache des Bauern in die Länge zu ziehen, damit
er noch mehr so schöne Reden halten müsse. Das geschah
auch und diese Reden nehmen den gröfsten Teil des
Buches ein; sie sind aber so elegant, dafs sie für uns fast
unverständlich sind.
P 3019. Aus der Lehre Amen-em-het's I., die er für
seinen Sohn Usertesen I. verfasste. Nur in Schulhand-
schriften des n. R. erhalten und in diesen so entstellt, dafs
sie unübersetzbar ist. In der Stelle, die unser Bruchstück
enthält, scheint der König von einer Verschwörung zu er-
zählen, der er entkommen ist. Etwa aus Dyn. 19.
P 3o33. Märchenbuch, in der Volkssprache des m. R., die
Handschrift etwa aus dem Ende der Hyksoszeit. König
Cheops (S. 2) liefs sich von seinen Söhnen allerlei Ge-
schichten von Zauberern erzählen. Als nun den Prinzen
Har-didif die Reihe traf, sagte dieser, er wolle dem König
lieber einen noch lebenden Zauberer zeigen. Seine Majestät
frug: „wer ist das, Har-didif?11 Prinz, Har-didif antwortete:
„Es ist das ein Bürger Namens Dedi, der in Ded-snofru
(Medum) wohnhaft ist. Er ist hundertundzehn Jahre alt und
bis auf den heutigen Tag isst er fünfhundert Brote und an
Fleisch eine Rinderkeule und trinkt hundert Krüge Bier. Er
versteht es, einen abgeschnittenen Kopf wieder anzusetzen; er
versteht es zu machen, dass ein Löwe ihm folgt" u. a. m. Seine
Majestät sagte: „Du selbst, Har-didif, mein Sohn, sollst ihn mir
holen"-. Da reiste der Prinz nach Ded-snofru, begrüfste den
Dedi ehrfurchtsvoll und nahm ihn in seinem eigenen
Schiffe mit zum Hof. Als er nun zur Residenz gekommen
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