Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 364
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0378
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3Ö4

Beschreibung der Papyrus

Linke ersten Könige der 5. Dyn.) unter Beihülfe der Götter
Wand unter Wunderzeichen geboren und durch eine unge-
treue Dienerin ihrer Mutter fast dem Könige verraten
werden.

P 3o43. Aus einer „brieflichen Lehre", d. h. einer
Sammlung fingierter Musterbriefe, durch deren Abschreiben
die Schüler Weisheit und eleganten Stil lernen sollten; sie
sind alle im neuen Reich verfafst. Der ausgestellte Ab-
schnitt enthält z. B. den Brief eines Truppenkommandanten
in Aethiopien, in dem er seinem Untergebenen aufgiebt, die
eingegangenen Tribute verladen zu lassen; an diesen Befehl
knüpft sich eine lange Schilderung derselben, die nach
der Mode der 19. Dyn. voll von kananäischen und anderen
Fremdworten ist. Stelle auch viele Leute vor den Tribut,
mit ihren Szeptern (?), die mit Gold überzogen sind und
andere mit ihren Wedeln, die hohe Federn haben, sowie viele
Neyer, von jeder Zahl. Uebcrtriff die alljährliche Abgabe und
denke an den Tag, 100 man die Tribute vorführt und wo du
als Offizier dastehst unter dem Fenster (des Palastes S. 335)
und die Fürsten zu beiden Seiten vor seiner Majestät; wie wirst
du da dich fürchten, und deine Hand sinkt herab und du
weisst nicht, ob du tot bist oder lebst.

Wissenschaftlichen Inhalts.

P 6619. Von einem Rechenbuch, Handschrift des m. R.
Berechnung eines Haufens, von dem, wie es scheint, be-
kannt ist, wie er sich zu einem anderen gegebenen Haufen
verhält.

P 3o38. Aus einem medizinischen Buch; die Hand-
schrift etwa aus Dyn. 19. Enthält eine Sammlung alter
Rezepte gegen verschiedene Leiden, sowie das hier aus-
gestellte Buch vom Laufen der Schmerzen (?). Dieses alte
Werk ist aufgefunden worden in einem alten Buch in einem
Schreibgerätkasten, unter den Füssen einer Anubisstatue in
Letopolis, zur Zeit des Königs Usaphais, des Seligen, als er
krank war. Es wurde zu König Send, dem Seligen, gebracht
wegen seiner Vortrefflichkeit. Diese Angabe ist um so
weniger glaubhaft, als die beiden genannten Könige der
ältesten Zeit etwa um acht Generationen auseinanderliegen.
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