Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 369
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0383
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Demotisch, Aramäisch, Griechisch

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Westen die Königliehe Strasse, im Norden das Saus des Rechte
Petosiris, Sohnes des Petemenophis, im Osten das Hatis des Wand
Walkers Po'eris. Auch auf frühere, dieses Grundstück be-
treffende aegyptische und griechische Urkunden wird Be-
zug genommen und bestimmt: wenn ich nicht thue nach
jedem obenstehenden Wort, so werde ich 3000 Silberpfund —
10 Talente zu den Opfern der Könige geben. — Darunter
griechisch die. Quittung der Steuerbehörde über den Ver-
kauf eines ausgebauten, mit Thüren versehenen Hauses bei den
Memnonien (d. h. Djeme).

Nicht geschäftlichen Inhalts.

P 8279. Sterntafeln, auf die leere Rückseite eines Akten-
stückes (Verzeichnis der Fruchteing'änge aus verschiede-
nen Dörfern im 2. Jahre des Klaudius) geschrieben. Sie
verzeichnen die Stellungen der fünf Planeten in den
zwölf Tierkreiszeichen für die Jahre 14—41 des Augustus
(17 v. Chr. — 10 nach Chr.). [Ausgestellt: Jahr 27—3o.]

P 6750. Aus einer Uebersetzung des Totenbuchs
ins Demotische. Römische Zeit.

P i522. Formeln für einen Toten und ein Bild: Anubis
stellt den Toten dem Osiris vor. Das Blatt war schon ein-
mal auf der Vorderseite benutzt und zwar zu einer grie-
chischen Steuerveranlagungsliste. Etwa 2. Jahrh. n. Chr.
Aramäischer Papyrus.

Aramäisch (syrisch) war die allgemeine Geschäftssprache für die
orientalischen Völker des Perserreiches. Die seltenen Papyrus und
Inschriften (S. i83) in dieser Sprache gehören daher in die Zeit der
Perserherrschaft (S. Ii).

P 3206. Bruchstücke, wohl geschäftlichen Inhalts.

Griechische Papyrus.

Seit Aegypten unter griechischer Herrschaft steht, wird das Grie-
chische mehr und mehr die Sprache der Verwaltung und des ge-
schäftlichen Lebens, wenn auch das Aegyptische immer die Umgangs-
sprache des Volkes und die Sprache der Religion bleibt. Auch die
griechische Litteratur dringt in das Volk ein, und selbst in abgelegenen
Orten der Provinz kennt und liest man die griechischen Dichter.

Die Schrift in den Buch-Handschriften ist die steife sogenannte
Un z i a 1 sch rif t, bei der die einzelnen Buchstaben getrennt bleiben; für
alle anderen Zwecke benutzt man die Kursivschrift, in der die Zeichen
abgeschliffen und unter einander verbunden werden. Beide Arten der

Aegyptische Altertümer. 24
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