Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 379
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0393
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Griechisch: aus spätrömischer Zeit; Koptisch

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Jahres io3 n. Chr. geopfert ist) — P 7880, 7881 der Apis Rechte
(Abgabe von Früchten) — P 7879 Kaiserköpfe und derWand
Name Soknopaios.
P 83oo. Versiegelter Brief, auf dem Siegel Taube mit
Zweig; aufsen die Adresse: an den hoehangesehenen Menas
(arabische Zeit).

Koptische Papyrus.

Seit dem zweiten Jahrhundert n. Chr. beginnt man, die aegyp-
tische Volkssprache auch mit griechischer Schrift zu schreiben (vgl.
S. 264); wirklich gebräuchlich wird diese Schreibart aber erst durch die
Christen, die sie im dritten Jahrhundert für ihre Bibelübersetzung ver-
wenden. Seitdem ist das „Koptische" (d. h. das griechisch geschriebene
Aegyptisch) die christliche Litteratursprache; auch für geschäftliche
Zwecke benutzt man es später anstatt des Griechischen (vgl. S. 3oo: 3o2).
— Im Mittelalter, wo der gröfste Teil der Bevölkerung zum Islam
übertrat, ward das Kopiische auch als Umgangssprache vom Arabischen
verdrängt; in Oberaegypten, wo es sich am längsten erhielt, ist es
etwa im 16. Jahrhundert erloschen.

Litterarisches.
Die Litteratur ist zumeist aus dem Griechischen übersetzt.
P 3239. Aus einer kleinen Pergamenthandschrift des
Psalters, von höchstem Alter; ausgestellt Ps. 29 und 3o.
Oberaegyptische Schriftsprache.
P 5569. Anfang des Johannesevangeliums, Pergament,

Dialekt des Faijum.
P 1862. Aus der Apokalypse des Elias, einem apokryphen
Buch. Papyrushandschrift in dem wichtigen Dialekt von
Achmim. Ausgestellt die Stelle, wo Elias Engel sieht:
ich selbst zog ein Engelklcid an und sah, wie alle jene Engel
anbeteten und auch ich selbst fing an mit ihnen zusammen
anzubeten und ich verstand ihre Sprache, in der sie mit mir
sprachen .... Da ging ein grosser Engel hervor, der eine
goldene Irompete in der Hand hielt u. s. w.
P 7999. Aus dem Physiologus, einer auch bei uns im
Mittelalter verbreiteten Art Naturgeschichte mit christ-
lichen Nutzanwendungen. Nachdem hier z. B. erzählt ist,
dafs der wohlriechende Vogel Alloe, der am meisten bei
seinem Tode duftet, sich drei Tage in seiner Höhle ver-
birgt, wenn er Nahrung zu sich nimmt, heifst es: Die drei
Tage, die der Alloe in seiner Höhle zubringt, gleiclien den drei
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