Königliche Museen <Berlin> [Hrsg.]
Ausführliches Verzeichniss der Aegyptischen Altertümer, Gipsabgüsse und Papyrus — Berlin, 1894

Seite: 381
DOI Seite: 10.11588/diglit.6614#0395
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Koptisch: Litterarisches, Geschäftliches 38l

oder dem Dorf- oder dem Stadigericht oder dem Prätoriam, Rechte
sei es durch höhere oder niedere Staatsbeamte oder eine Ao/(eWand
wohllöbliche Behörde, und man stellt irgend eine Behelligung
gegen den heiligen Märtyrer, oder sein Kloster, oder seine Ver-
walter in irgend einer Weise an, so werden die Eltern an
der Gültigkeit dieser Urkunde festhalten. Wer dieses
überschreitet, der soll 36 Goldstücke zahlen und er soll
entfremdet sein dem heiligen Eide der Christen, dem Vater
und dem Sohne und dem heiligen Geiste, und der heilige
Märtyrer soll Rache an ihm nehmen bei seiner Auferstehung.
— Darunter die Zeugenunterschriften.

P 8122. Urkunde eines Jerne, Sohnes des Apa Kyri aus
dem Dorfe Pua'i't. Schlufs etwa: diese Urkunde ist dir als
Bestätigimg geschrieben. Ich tceiss und erkläre, dass sie un-
abänderlich ist. Ich beschwöre es bei Gott dem Allmächtigen und
bei dem Heil der Könige (?), die über uns herrschen; mit den
letzteren sind die arabischen Herrscher gemeint.

P 3264. Kaufurkunde über ein Kalb, das jemand ver-
kauft hat ohne Zwang und ohne Nötigung, sondern nach
eigenem Willen. Ich habe es dir -verkauft und seinen Preis
von dir empfangen .... Dieses Schriftstück ist Zeuge gegen
mich, dass ich ihn empfangen habe. Weder ich noch einer
meiner Familie werden je dieses Kalb zurückfordernf?) können,
denn sein Preis ist mir zweifellos zugekommen. Merk-
würdig, weil der Schreiber ausnahmsweise die Worte
durch Punkte getrennt hat.

P 5568. Bannbrief des Bischofs Johannes von Schmun
gegen Diebe: da ja die Angelegenheit an uns gelangt ist,
dass freche Leute in das Haus der Girampolis, der Tochter
des Georgias, hineingekommen sind und einen Scheffel Weizen
und eine Thür und ihre Hülmer und ihre Geräte gestohlen
haben, so soll jeder, der um diese Sache weifs, kommen
unter den Fluch des Gesetzes und der Propheten und den aus
dem Munde der 31S Bischöfe, die in Nicaea versammelt waren,
und aus meinem, des Geringsten Munde. Dieser Fluch soll
sie treffen, wie er Sodom und Gomorrha getroffen hat;
wie das Salböl in die Knochen, so soll er in ihre Ein-
geweidedringen. Auf Papier, etwacj.Jahrh. n.Chr. oder später.
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