Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 1.1883

Seite: 48
DOI Heft: 10.11588/diglit.15859.30
DOI Artikel: 10.11588/diglit.15859.35
DOI Artikel: 10.11588/diglit.15859.36
DOI Seite: 10.11588/diglit.15859#0056
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/afck1883/0056
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
48

men 1432, von andern Diözesen Deutsch-
lands 359, insgesammt 1791. Da, abge-
sehen von der dänischen Ausgabe, wenigstens
5000 Bestellungen nöthig sind, wenn die
Bedingung des billigen Preises n 50 Pf.
soll eingehalten werden können, so darf der
Versuch einer solchen Ausgabe als gescheitert
betrachtet werden, besonders in Betracht des
Umstandes, daß ein zweiter Anlauf wohl
kaum einen bessern Erfolg erzielen dürfte.
Wir könnten uns also unseres Versprechens
ledig erklären. Allein es drängen sich pri-
vate und öffentliche Stimmen auf's Neue
heran, wünschend und fordernd, daß das
Unternehmen ohne einen zweiten Versuch nicht
ansgegeben werde. Keiner Zeit, machen sie
geltend, sei die Erkenntniß nöthiger gewesen,
daß Christus von Adam an bis an das Ende
der Welt der Mittelpunkt der Heils- und
Weltgeschichte sei; nirgends wohl sei der
Einblick in das, was Gott der Welt über
diese Wahrheit geofsenbart, einfacher, plasti-
scher zusammengedrängt und vor die Augen
gestellt, als in dieser vereinigten Stimme der
hl. Schrift unVkder Väter; selbst auf sonst
Gutunterrichtete habe die Darstellung dieses
großartigen Unitarismus im Heilswerk immer
einen nachhaltigen Eindruck gemacht. Diesem
Verlangen will ich also nicht entgegenstehen.
Der Subskriptionstermin soll hiemit bis $um
15. Juli d. I. verlängert sein, aber uner-
strecklich. Vielleicht laufen doch wenigstens
so viele Bestellungen ein, daß eine Buch-
handlung den Verlag zu übernehmen wagen
kann, dergestalt, daß die Subskribenten, ein-
schließlich der dänischen, das Exemplar zu
50 Pf. erhalten, für den Rest der Auflage
aber ein erhöhter Ladenpreis eintritt. Viel-
leicht haben gesinnungsverwandte Blätter die
Gefälligkeit, vorstehende Zeilen zu veröffent-
lichen, wie sie auch den ersten Aufruf ver-
öffentlicht haben.

Ellwangen, 23. Mai 1883.

Dr. Schwarz.

Briefkasten der Redaktion.

W. in L. und R. in O. R. Wir bitten Sie
dringend, auf der Tischform des Altarsteins nicht
zu bestehen. Wir geben Ihnen ja zu, daß er

eine alte, von der ersten Zeit der Kirche gebrauchte
Form ist, aber ebenso gewiß ist, daß er weni-
ger häufig ist, als die sog. Sargform. Wie
dem aber auch sei, so bleibt diese Form für
Altäre mir größerem oder geringerem Hochbau
ein unpassendes Fundament; selbst wenn eine
Platte die Rückwand schließt, vermißt das Auge
die dem Hochbau entsprechende kräftige Basis.
Da nun heut zu Tage ein Altaraufsatz selbst bei
Nebenaltären selten gern vermißt wird, so folgt,
daß die Tischform wohl kaum mehr aufkommen,
sondern immer eine höchst seltene Ausnahme
bleiben wird, vielleicht bei Nebenaltären ohne
Tabernakelbau unter einem Ciborium, oder mit
Altarkreuz und Leuchtern auf dem Altar und
einem Wandgemälde als Altarzier.

Nach T . . . . und K. Sie wollen etttc

Marmor-Platte von 5 cm Dicke auf den 8tipes
des Altars legen und darin das 8epulcbrum an-
bringen, oder vielmehr sie durchschlagen und ein
Altane portatile einlegcn ?! lind vollends in den
Hochaltar?! Dann ist er, der doch ganz kou-
sekrirt sein soll, für immer der Konsekration
unfähig. Fangen Sie doch keine Neuerungen
an, und gar in einer so heiklen Sache. Wollen
Sie nun doch einmal eine Marmorplatte von
dieser Dicke, so müssen Sie das Sepulchrum in
den Stipes verlegen und sich einstweilen mit einem
aus der Mensa liegenden Alt. port. begnügen.

Nach D., K. und G. — Noch etwa >0 voll-
ständige Ex. des „Archivs" stehen zur Verfügung.
Wenn Sie abonniren wollen, haben Sie die
höchste Zeit. _

Absis, auch Apsis und Abside. Das
Wort stammt aus dem Griechischen und heißt
Bogen. Hieronymus llt>. 2 in epist. ad
Ephes.: in summo coeli fornice , et ut

ipso verbo utar, abside, b. h. in bei' höch-
sten Wölbung, und, um dieses Wort zu
brauchen, in der Absis des Himmels. In
der kirchlichen Baukunst bezeichnet das Wort
den Theil des Chors, in welchem der Altar
zu stehen pflegt, welcher in den Kirchen alt-
römischen und romanischen Styls von dem
Oberchor getrennt ist, einen selbständigen
halbrunden Bautheil bildet und von einem
eigenen Bogen und einem halben Kuppel-
gewölbe bedeckt wird. Das Wort hat aber
in der kirchlichen Sprache noch andere Be-
deutungen. ,Es bezeichnet auch den bischöf-
lichen Sitz, welcher sehr oft in der Absis
seinen Platz hatte (Augustin, ad Albium.
u. epist. 203 ad Max.); ferner aus dem-
selben Grunde den Schrein für die Reliquien
der Heiligen; auch wurde es auf den Bal-
dachin übertragen, der über dem heiligsten
Sakrament oder den Reliquien der Heiligen
erbaut war. Ducange, Gloss.

Druckfehler. In Nr. 5 S. 37 1. Spalte Z. 19
statt „der Geldgewinnuuch' lies „der Goldgewin-
nung halber", ebenda 2. Spalte Z. 21 statt „ab-
gebrannt" lies „abgetrennt".

Stuttgart, Buchdruckern der Akt.-Ges. „Deutsches Volksblatt".
loading ...