Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 2.1884

Seite: 101
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Archiv für christliche Kunst.

Organ des Rottenburger Diozesan-Vereins für christliche Run st.

Lwrausgegeben und redigirt von Dr. Fr. g. Schwarz in Lllwanqen.

Verlag des Rottenburger Diözefan-Rnnstvereins, für denselben: der Vorstand Dr. Fr. g. Schwarz.

Erscheint monatlich einmal. Halbjahrs. für M. l. 85 durch die württemb. (M. t. 20
im Stuttg. Bcstcllbczirk), M. i. 50 durch die bayerischen und die Reichspostanstaltcn.
JO Frcs. 2. 50 in der Schweiz zu beziehen. Bestellungen werden auch angenommen von
allen Buchhandlungen, sowie direkt von der Expedition des „Deutschen Bolksblatts" in
Stuttgart, Militärstr. 2E, zum Preise von M. 1. 35 halbjährlich.

Einladung zum Abonnement.

Mit dem kommenden t. Januar 1885
tritt unser „Archiv" in seinen dritten Jahr-
gang ein. Den Grundsätzen und der
Methode, welche es in seinem Programm
formulirt und als unabläßige Mahner an
die Spitze seiner ersten Nummer gestellt
hat, wird es trell bleiben. Diese Forderung
stellt die Redaktion, wie an sich selbst, so
an jeden Mitarbeiter. Die Redaktion er-
laubt sich insbesondere an den Satz des
Programms zu erinnern: „Unser guter
Wille und unsere Absicht ist dahin gerichtet,
nach und nach, wenn dem „Archiv" ein
längeres Leben beschieden ist, und soviel
es in einer Zeitschrift überhaupt geschehen
kann, in den einzelnen Gebieten und Zweigen
der christlichen Kunst das elementare
Wissen so systematisch als möglich
grundzulegen und die Lücken desselben mit
fortschreitender Zeit mehr und mehr zu schlie-
ßen." Wir glauben der hiemit übernommenen
Verpflichtung bisher möglichst entsprochen
zu haben. Um auch für das nächste Jahr
gleich hier eine bündige und greifbare Zu-
sicherung zu geben, fügen wir bei, daß
mit der ersten Nummer des Jahrgangs 1885
eine größere Arbeit beginnen wird imb schon
unter der Presse ist, mit dem Titel: „Gram-
matik der kirchlichen Baukunst", sich über alle
für uns historisch oder praktisch wichtigen
Style verbreiten und mit einer bedeutenden
Anzahl schon in den Text eingeflochtenen
Illustrationen versehen sein wird. Die
Abhandlung ist ganz populär gehalten, aber
auch sür Fachleute von Nutzen.

Ebenso gedenken wir einer systematischen,
auch die Waarenkunde umfassenden Be-
leuchtung des Gebiets der Paramentil näher
zu treten. Wir nennen diese beiden Ob-
jekte ausdrücklich nur deßwegen, weil sie
uns von vielen Seiten als die wichtigsten
oder dringendsten bezeichnet worden sind.

Die Bitte um zahlreiches und recht-

zeitiges Abonnement und thatlräftige
Mitarbeit erneuern wir deßhalb mit Ver-
trauen.

Die Bezugsbedingungen stehen an der
Spitze der Nummer.

Von der zweiten Auflage des ersten
und der vergrößerten Anflage des zweiten
Jahrgangs ist noch ein Rest -vollständiger
Exemplare übrig. Da sie nicht ohne blei-
benden Werth sein dürsten, so möge dem
nachträglichen Bezug Seitens später ein-
getretener Abonnenten noch ein aufmnn-
terndes Wort gegönnt sein.

Redaktion und Rerlag
des „Archivs für christliche Aunst".

Monumentale Malerei.

(Schluß.)

Worin besteht nun aber der in der
vorigen — dritten — Grundregel gefor-
derte Schmuck der Architektur? Gewiß
nicht in bloßen Farbentönen, sondern in
ornamentalen Formen, dargestellt in ver-
schiedenen, unter sich, mit dem Grundton
und allen übrigen Gebilden harmonirenden
Farben. Das ist eine weitere Grundregel
der Monumental-Malerei, welche Owen
Jones kurz also formulirt: „Die Kon-
struktion (d. i. die konstruktiven Theile)
sollte verziert werden."

Da aber die Malerei der Architektur
blos dienen, nicht selbst Architektur sein
oder sie ersetzen kann, so folgt, daß der
Schmuck nicht Architektur sein darf. Ein
konstruktiver Theil der Architektur, also
Lesinen, Pfeiler, Gesimse, Gurten, Ge-
wölberippen , Fenster, Thüren und der-
gleichen sollen niemals durch malerische
Bilder dieser Gegenstände dargestellt oder
wie Owen Jones sich allerdings etwas
mißverständlich ausdrückt, „die Verzie-
rung soll nie eigens konstruirt
werden." sSeine Proposition lautet
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