Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 2.1884

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im „Archiv" Jahrg. 1883 S. 15. Das
Mittelalter ist aus Heft 7, 8, 9 und 10
beschränkt. Dabei befinden sich auch kleine
Parthieen von Wand- und Glasgemälden,
sowie ein Muster polychromer Behand-
lung von Statuen aus dem Dom von Köln.

Kunstgeschichtliches Musterbuch.
S a m m lung v o n D a r st e l l u n g e n a u s
der Architektur, Skulptur, Ma-
lerei und den verschiedenen tech-
nischen Künsten und Kuustgewer-
k e u. Zusammengestellt und herausgegeben
von Fr. Christin aun; Verlag von B.
Doudorf, Frankfurt a. M. 1879, 12 Hefte
in Quart mit je 4 Tafeln, größtentheils
in Farbendruck, wovon Heft 7 —12 die
romanische, gothische u. Renaissance-Periode,
Heft 1 die ägyptische, 2—4 die griechische,
5 die römische und 6 die maurische Poly-
chromie behandeln. Beigegebeu ist ein Heft
erläuternden Textes.

Sehr instruktiv, aber nur auf den gothi-
cheu Styl beschränkt ist
G. und W. Audsley. Die deko-
rative Wandmalerei des Mittel-
alters. Deutsche Ausgabe von Prof.
C. Vogel. Paul Reff, Stuttgart. Wir
verweisen auf die Besprechung in Nr. 11,
Jahrg. 1884 S. 99 des „Archivs".

Mit diesen Hilfsmitteln ist man wohl
im Stande, sich eine hinreichende Kenntniß
über den Geist aller Kulturvölker betreffs
der Formen und Farben der malerischen
Dekoration zu verschaffen.

Unter den monographischen Werken ver-
dient die Publikation von

La Sainte Chapelle du Palais a
Paris, histoire archeologique, descrip-
tive et graphique par Decloux, Ar-
chitecte, et Doury, Peintre. Paris,
Morel et Comp. Prix 65 kr es.
hauptsächliche Erwähnung. Es enthält 12
Blätter Text und 2) Platten in Folio,
wovon 20 in Farbendruck. Die malerische
Dekoration ist in Form und Farbe ganz
genau nach den in der Kapelle erhaltenen
alten Malereien restaurirt worden. Nur
die Farben wurden in dem Maße kräftiger
gehalten, als die der Originale nach dem
Urtheil der Künstler durch das Alter mochten
gelitten haben. Insofern kann man diese
Publikation zu denjenigen rechnen, welche
Originalwerke, in diesem Falle aus der
gothischeu Zeit, reproduziren.

Diese Publikationen beschränken sich je-
doch auf den ornamentalen Theil der ma-
lerischen Dekoration. Für den figurativen
existiren unseres Wissens keine derartigen
Sammelwerke der Schöpfungen aller Zeiten
und der hauptsächlichsten Style. Man muß
daher zu monographischen Werken seine
Zuflucht nehmen, z. B.:

Ernst auslln Werth, Kunstdenk-
m ä l e r des ch r i st l i ch e n Mittel-
alters in den Rheinlanden. 5 Bde.
Der 4. und 5. Band enthalten Wand-
malereien der romanischen und gothischeu
Periode.

Gailhaband ,,1’Architecture du 5.—17.
Siecle et les arts qui en dependent“
enthält (einschließlich der Glasmalerei)
27 polychrome Platten in Quart und Folio
mit einschlägigen Abbildungen figurativer
und dekorativer Art.

Die Wandgemälde in der St.
Georgskirche zu Obermünster auf
der Reichenau, ausgenommen von Frz.
B är, Erzbischöfl. Bauinspektor in Frei-
burg, herausgegeben von Pros. Dr. F. P.
Kraus. Freiburg, Herder. Textheft und
15 Tafeln, wovon jedoch nur eine in
Farbendruck.

Zerstreut findet sich manches in den
„Mittheilungeu" und „Jahrbüchern" der
K. K. Centralkommiffion zur Erforschung
und Erhaltung der Baudenkmale, von den
zahlreichen Beschreibungen ohne Farben-
druck oder blos mit unkolorirten Abbil-
dungen ganz zu schweigen. Aehnlich in
den „Bonner Jahrbüchern".

Da die Glasmalerei ganz denselben
Prinzipien folgt, wie die dekorative Wand-
malerei, so sind die einschlägigen Mono-
graphien sehr lehrreich. Die großartigste
Publikation dieser Art ist das Werk von
Martin & Cahier, vitraux de la Cathe-
drale de Bourges. Neueskens hat Prof.
Kolb in Stuttgart mit der Herausgabe
eines allgemein gehaltenen Werkes über die
mittelalterlichen und Renaifsance-Glas-
malereieu begonnen. Dasselbe ist im „Ar-
chiv" Nr. 6 S. 56, Jahrgang 1884, be-
sprochen, worauf wir der Kürze halber
verweisen.

Es wäre ein sehr verdienstliches Unter-
nehmen, die Wandgemälde, wenigstens die
der christlichen Periode in einem Sammel-
werke ähnlich zu behandeln, wie das poly-
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