Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 7.1889

Seite: 51
DOI Heft: 10.11588/diglit.15865.27
DOI Artikel: 10.11588/diglit.15865.30
DOI Seite: 10.11588/diglit.15865#0055
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/afck1889/0055
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
51

sog. Prospekt „ Glasmalerei als Kirchenschmuck"
heraus, der auch als Beilage zum „Prediger
und Katechet" erschien und dein ein Zeugnis
des damaligen Pfarrers von Weiler ange-
hängt war. In diesem Prospekt sagt Mitter-
maier unter andern:: „Aus dein Wunsche
Echtes, Gründliches, den: Alten würdig an
die Seite ju Stellendes zu schaffen, entstand
unsere Glasmalerei. Jahrelaiiges Studium,
nicht bloß der Kunst itnb Kunstwissenschaft,
sondern namentlich der Chemie, un: die Tech-
nik der Farbenbereitung unb des Einschmel-
zens ganz in die nothwendige Gewalt zu
bringen, hat uns nicht bloß große Opfer an
Zeit unb Geld, sondern, und dies ist buch-
stäblich wahr, nahezu Gesuiidheit unb Leben
gekostet. Auf diese Weise haben wir, mit
Dank gegen Gott sei es erwähnt, und ferne
alles Selbstlob, ein eigenes Malsystem
geschaffen. Während bisher die dem Innern
der Gebäude zugekehrte Glasfläche mit Farben
nur gleichsam zart angesrittet wurde,
trug man allein für Schmelzung der
Außenseite Sorge. Und doch lehrte und
lehrt alte und neue Erfahrung, daß gerade
auf die Innenseite durch Angefrieren im
Winter, durch die mitunter höchst schädlichen
Gase, welche durch Verbrennen von Weih-
rauch und Kerzen, von Menschenausdünstung
und gesperrter Luft sich entwickeln und mit
dem aufgewirbelten Staube verbinden, mit
weit zerstörenderen Kräften auf die Produkte
der Glasmalerei eingewirkt wird, als von
außen die atmosphärischen Einflüsse und der
Oualm der Gassen dies zu thun im Stande
sind. Um diesem viel größern Uebelstande wirk-
sam zu begegnen, erzeugt unser System auf der
Innen- und Außenseite vollkommenste Ver-
glasung der Pigmente, und darum eine Dauer,
die allem widersteht, dem zu widerstehen
das Glas selber die Fähigkeit hat."

12. S ch w abh aus en. Drei Kapellen-
scnster mit a) St. Leonhard, b) St. Wen-
delin und e) St. Isidor. Der Karton für
a) von M. v. Schwind; die beiden andern
von Moosdorf in München.

1857.

13. Haselstauden. Zwei Fenster: a)
Englischer Gruß und b) Maria Heimsuchung.
Karton?

14. W eilh eim. Zwei Fenster mit St.
Maria und St. Joseph. Karton von G.
Eberlein.

1858.

15. Untresried. Zwei Figurenfenster.

16. Ekarts. Zwei Fenster: St. Joseph
und St. Maria.

17. Langwaid bei Kehlheim. Die glei-
chen Darstellungen.

18. Passau. Kleines Bild, Friedrich
Barbarossa (nach Kaulbach?) wurde vom
dortigen Kunstverein angekauft.

19. E i ch st ä d t. Ein kleineres und größeres
Marienfenster. Zum größern der Karton von
C. Andrea.

20. Kloster Mehrerau. Zwei große,
dreitheilige Fenster mit St. Maria, St. Bern-
hard, L>t. Joseph, St. Meinrad und St.
Alois. Dazu noch drei reiche Fensterrosen.
Die Kartone durch Willen des Herrn Abtes
von Karl und Johann B. Müller in München.

21. Haffen bei Rees am Niederrhein.
Ein Fenster mit Salvador mundi und zwei
Ornamentfenster. Der Karton zum Christus
war der erste von Karl Andreä in Dresden.

22. Aulendorf (Württemberg). Zwei
Fenster mit den vier Evangelisten. Kartone
von C. Andreä.

23. Ap selb ach. Zwei Figurenfenster.
Kartone?

24. Rettenbach bei Günzburg. Drei
Figurenfenster mit St. Notburga, St. Wen-
delin und St. Isidor. Kartone von Moos-
dorf in München. Dazu noch zwei Orna-
mentfenster.

25. Kirchbirlingen. Zwei Figuren-
fenster.

26. Zipplingen im Ries. Zwei Fenster
in die Filialkirche von Ober-Wilslingcn, St.
Leonhard und St. Martin als Bischof, wie
er einem Bettler Almosen erteilt. Kartone
von Moriz von Schwind; zwei herrliche
Bildchen!

1859.

27. L eutkirch. Zwei große reiche Fenster
(in der protestantischen Kirche) mit Christus
am Oelberg und König David, die Harfe
spielend. Dazu reiche Ornamentfenster. Kar-
tone von C. Andreä. (Die Fenster sind leider
bei einem Brande zum großen Theile zerstört
worden.)

28. Augsburg bei St. Georg. Ein
dreitheiliges Marienfenster. Karton von K.
und I. B. Müller in München.

29. Saulgau. Zwei Fenster mit St.
Franziskus und St. Elisabeth. Kartone von
C. Andreä.

30. Tettnang. Drei Fenster mit Sal-
vator muncki in der Mitte, rechtes Fenster
mit Englischem Gruß, linkes mit Mariä
Heimsuchung, ferner zwei Tapetenfenster. Kar-
tone von C. Andreä.

31. Romagno bei Trient. Eine große
Fensterrose.

32. Pinte Castello bei Trient. Eine
noch größere Fensterrose.

1860.

33. Sigmaringen, fürstliche Schloß-
loading ...