Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 7.1889

Seite: 52
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kirche. Vier Fenster mit den über lebens-
großen Heiligen St. Leopold, Friedrich, Karl
der Große und Antonius. Kartone von C.
Andrea.

34. Gaisenhausen. Zwei Fenster mit
vier heiligen Bischöfen. Kartone von C.
Andrea.

35. Lentkirch. Zwei große Ornament-
fenster für die katholische Pfarrkirche.

36. Ravensburg. Für die dortige re-
staurirte Karmeliten- (jetzt Protestant. Pfarr-)
Kirche begann schon 1860 Mittermaier's
größte Arbeit mit einem großen Fenster im
Westen, König David darstellend, wie er
vorn Throne aufsteht und die Harfe bei Seite
legt. Karton von C. Andrea. Dann im
Lause von 1861—1862 sieben große Fenster
mit den Porträtfignren der Reformatoren.
Die Kartone von Gustav König in Mün-
chen. Dann Gustav Adolf von Schweden,
Friedrich der Weise von Sachsen, Herzog
Christoph von Württemberg. Die Kartone
von C. Andrea. Im nördlichen Seitenschiff
befinden sich diesen gegenüber sieben gleich
große reiche Ornamentfenster. Im Jahre-
1862 kam das ungemein große dreitheilige
Chorfenster mit der Auferstehung Christi in
reichster gothischer Ornamentirung mit mehr
denn dreißig Apostel-, Propheten- und Kir-
chenvater-Brustbildern auf Sockeln unter Bal-
dachinen. In dieser Kirche sind fämmtliche
Fenster von Mittermaier gemalt und sind es
feine größten Arbeiten, die er ausgeführt.

1862.

37. Altnsri ed bei Kempten. Zwei Fen-
ster mit St. Maria und St. Joseph. Kartone
von C. Andrea.

38. E l l w a n g e n (Stadt). Zwei Fenster
mit S>t. Peter und Paul. Kartone von C.
Andrea.

39. Oberstanfen. Vier Fenster mit den
abendländischen Kirchenvätern. Kartone von
C. Andrea.

40. Wangen im Allgäu. Zwei Fenster
mit je zwei Evangelisten. Die Kartone sind
vom seligen Hofmaler v. Gegenbaur in
Stuttgart, der mit dem Kaufmann Lott in
Konstanz diese Fenster ihrem Geburtsorte
stiftete. Herrliche kraftvolle Figuren, beson-
ders schön gezeichnet unb von brillanter
Farbenwirknng aber ist das gothische Maßwerk.

(Schluß folgt.)

Literatur.

W ü rttembergs kirchliche Ku u st-
att e r t h ü m e r. Als Vereinsgabe
für den Knnstverein der Diöcese

Rottenbnrg bearbeitet von Dr. P aul
K e p p l e r, Professor der Theologie,
Vorstand des Diöcesankunstvereins.
Rottenburg, Bader 1888. LXXVI.
401. 103 S. Preis: 8 M.

(Selbstanzeige.) Den auswärtigen Lesern des
Archivs sei hiemit kurz Nachricht gegeben von
diesem statistischen Werke, welches im ersten Theil
(p. I—LXXVI) eine systematisch, nach den Rub-
riken Architektur, Skulptur, Malerei. Kleinkunst
geordnete Uebersicht über Württembergs Kuust-
alterthümer bietet, im zweiten Theil die Denk-
mäler nach Oberämtern beschreibt, im dritten
einen Ueberblick gibt über die Neuanschaffungen
seit 1850. Auf Illustrationen ist grundsätzlich
verzichtet, damit das Buch namentlich als Reise-
führer dienen kann, zu welch' letzterem Zwecke
es sich empfehlen würde, den mittleren Theil
allein bürden zu lassen. Die Vorausschickung des
zusammenfassenden Einleitnngstheiles hat bis
jetzt ungetheilten Beifall gesunden. Im übrigen
bekennt der Vers, gern auch an dieser Stelle,
daß die Statistik in Einzeluheiten der Ergänzung
und Berichtigung bedarf und daß er für jeden
Beitrag hiezu dankbar ist.

'Geschichte der christlichen Ma-
lerei von Dr. Erich Frantz,
Professor an der Universität Bres-
lau. Bilder zum ersten Theil:
Von den Anfängen bis zum Schluß
der romanischen Periode. Freibnrg,
Herder 1888. Preis 2 M.

Die siebente Lieferung dieses mit warmem
Beifall aufgenommenen Werkes bringt die Illu-
stration zum ersten Theil, 44 Tafeln mit im
Ganzen trefflich ausgeführten Bildern. Die
Alexanderschlacht eröffnet den Reigen; dann folgt
eine reiche Serie von Katakombenbildern, von
Mosaiken altchristlicher Kirchen, yon Miniaturen
und romanischen Wandmalereien. Es ist klar,
daß diese Lieferung den Werth des Buches wesent-
lich erhöht, und doppelt anzuerkennen ist, daß
ihr Preis so überraschend niedrig gestellt ist; er
steigert sich nur für Nichtabonneuteu der Lie-
ferungsausgabe auf 3 M.

Lese- und Lingpulte.

Namentlich in der Charwoche für die Metten
und für die Sänger der Passion, dann aber auch
sonst im Jahr bei den Taufwasserweihen und
andern Gelegenheiten stellt sich das Bedürfniß
nach freistehenden, leicht beweglichen Pulten ein.
Herr Architekt Cades hat einige Entwürfe ge-
zeichnet, welche die Beilage vor Augen führt;
sie sind einfach gehalten und durch Beigabe von
Grundrissen, Details und Maßen leicht aus-
führbar gemacht. Zwischen den zwei gothischen
Pulten im größeren Maßstab ist ein kleiner ge-
zeichnetes im Renaissancestil eingefügt.

Lstezu eine Beilage: Lese- und Siugpulte.

Stuttgart, Buchdruckerei der Akt -Ges. „Deutsches Volksblatt".
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