Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 7.1889

Seite: 54
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erbaulich an, besonders wenn man in solcher
Nothlage ist, die kein Znwarten mehr erlaubt.
Also Platz müssen wir gewinnen und eine große
Kirche haben, aber mit möglichst kleinem Anfwande.
Im Osten hindert der Thurm, südlich fehlt es in
der Breite und Lange. Im Westen und Norden
ist die Situation günstiger. Wir können den bis-
herigen Ban um etwa 8,5 Meter verlängern. Wir
könnten ihn fast um das Doppelte breiter machen,
ivas aber manche Bedenken hat. Fest steht, daß
wir den alten Ban durchaus erhalten, und
außer der Verlängerung ihn noch um ein Seiten-

schiff in der ganzen Länge erweitern. Dieses
Seitenschiff möchten wir >vohl recht breit machen,
nnd der Bauplatz würde daran uns nicht ver-
hindern, aber destomehr die Rücksicht ans die Be-
deckung des Seitenschiffs mit einem Pultdach. Es
darf nicht zu flach werden, und se mehr wir in
die Breite gehen, desto mehr geht uns an Höhe
verloren. Endlich entschließen wir uns, dem
Seitenschiff 5,14 Meter Lichtbreite zu geben, und
dasselbe über die ganze Länge des alten Kirchen-
schiffs sammt dem Chor anszudehnen. Der Ver-
längerung halber muß die ganze tvestliche Wand

fallen. Aber tvie tverdcn tvir den Anbau mit
dem alten Bau vereinigen nnd die nöthige Ranm-
einheit erlangen ? Durch zwei vorspringende Lisenen
ist die Nordwand in drei Traveen abgctheilt, sede
mit einem Fenster in der Mitte. Auch der Chor
hat auf dieser Seite ein Fenster. Sollen wir die
ganze Mauer niederlegen, nnd eine Arkadenreihe

von Grund ans errichten? Wir wählen ein ein-
facheres, wenn auch etwas kühnes Verfahren,
im Vertrauen auf die Festigkeit des Gemäuers.
Beiden Fensteröffnungen angefangcn, schlagen >vir
große Löcher ans der Mauer, groß genug, um
die weiten Arkadenbogen zu gewinnen. Von der
alten Mauer werden die Stücke a bock als

Fig. 3. Andere Lösung mit zwei Seitenschiffen.
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