Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 7.1889

Seite: 75
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(„Wenn Jhr's nicht fühlt, Ihr werdells
nicht ergründen!") Wir suchten nur zu
erkennen und zu erklären, daß nnd war-
um hier trotz allem noch eine einheit-
liche Wirkling zu Stande kommt. So
viel von der höheren „ Harmonie" dieser
Riesenhand, die zum Himmel weist. Jeder
noch so gut gemeinte Eingriff einer fremden
Hand konnte diese Harmonie nur stören.
Darum: lllanäs off! (Forts, folgt.)

Erweiterung und Vergrößerung
von Kirchen.

Drittes Beispiel.

Die Kirche mit einer Bodenfläche des Schiffs
von ungefähr 180 Quadratmeter ist viel zu klein








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Fig- 10. Kirche samt freiem Platz.

für eine Gemeinde von 1150 Seelen. Die Unter-
halle des Thurms mit altem Kreuzgewölbe diente
bisher als Chor. Der Platz, ein alter Kirchhof,
grenzt mit der uns zugekehrteu Seite au eine
Straße, mit deu drei andern au Wohu- und
Oekonomiegebäude und Güterstücke. Erwerbung
solcher zur Vergrößerung dieses Platzes, oder
eines ganz neuen Bauplatzes würde sehr große
Kosten verursachen. Der Platz wäre, wie Fig. 10
zeigt, allerdings groß genug für eine Kirche von
bedeutender Ausdehnung. Aber der Thurm, ge-
rade auf der Mitte des Platzes stehend, ist unten
noch bautüchlig, oben vor wenigen Jahren neu
gebaut. Einen solchen wirft mau nicht gerne
um, hat auch keine Mittel zu einem großen Neu-
bau. So muß mau sich eben auf deu vorhan-
deueu Platz einrichten. Setzen wir die neue Kirche
auf den Platz der alten, daß sie so breit ist, wie
die alte lang, so bekommen wir eine Bodenfläche
von mehr als 4500 Quadratmeter, gegen 2160
in dem alten Schiff.
Dazu kommt noch ein

- --- neuer Chor, der in der

| Breite 4 Chorstühle zu-
i läßt. Der alte Chor
, unter dem Thurm bleibt
I als Nebeukapelle. So-
, weit die Mauern der
alten Kirche bankräftig
sind, können wir sie
stehen lassen und in den
Neubau verwenden, so-
weit nicht, müssen sielvei-
chen. Vielleicht finden
wir auch, daß wir nicht
einmal so viel Vergröße-
rung brauchen und bes-
ser daran thuu, ein Schiff
mit ungefähr 14 Meter
Breite dem alten Bau
vorzulegen, wodurch >vir
zu den vorhandenen
180 Quadratmeter einen
Zuwachs von 268 be-
kommen, und mit der
Bedeckung des Raums
weniger Schwierigkeit
haben.

(Forts, folgt.)

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Fig. II- Einschiffige Anlage.

Die Wandgemälde im Dom-
kreuzgang zu Brixen.

Diese stattliche Reihe von Fresken
des 14. und 15. Jahrhunderts, die
bisher keine sonderliche Berücksichtig-
ung fand, fordert von jetzt an ihren
festen Platz in der Geschichte der Ma-
lerei. Nicht nur als bedeutende Ueber-
reste ans einer an deutschen Wand-
malereien armen Periode sind sie wichtig,
sondern auch wegen der in ihnen zu
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