Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 8.1890

Seite: 8
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bens beschlich, der Verdacht nämlich, daß
Sie mich herauslocken und in Verlegenheit
bringen wollten. Welchen Sinn könnte es
sonst haben, mich zu fragen, was ich da-
von halte? Von was denn? Von ihren
Mittheilungen? Oder von dem Bilderfries
auf welchen sie sich beziehen? Oder von
beiden? Nicht wahr, Sie wollten mich
reizen, eine Deutung zu verbrechen, die
der mir von Ihnen vorgelegteir würdig
wäre — natürlich um sie nachher gegen
mich ansznbenten? Aber Sie sollen mich
nicht fangen! Ich werde Ihnen schreiben,
ja, was ich von dem räthselhasten Bildwerk
halte; aber erst, nachdem ich es wiederholt
werde erforscht, und nachdem Sie es er-
forscht haben werden. So stelle ich denn
an Sie die erneute Bitte, so gut als mög-
lich den Sachverhalt feststellen zu wollen,
um den es sich handelt. So allein werden
Sie den durch Ihre Schuld getrübten
Himmel zwischen uns beiden wieder heitern
und zugleich das crimen lnesne nrcllneo-
logiae sühneil, das Sie durch Nachschreiben
und Verbreiten von so unreifen, die christ-
liche Alterthumsknnde schädigenden Leistun-
gen begangen haben! —

(Fortsetzung folgt.)

Zeitschristenschan.

An erster Stelle ist unser erstes und größtes
Kunstorgan, die Zeitschrift f n r ch r i st l i ch e
Kun st, redigirt von A l e x an d e r S ch n n t g e n,
Domkapitnlar in Köln, aufzuführen, welche ihren
ersten Jahrgang vollendet, den zweiten bis zum
9. Heft geführt hat. Es ist ein reiches archäolo-
gisches und knnsthistorisches Material, das hier
anfgesannnelt und meist trefflich verarbeitet vor-
liegt. Für unsere Leser mag das hervorgehoben
werden, was sich am nächsten mit der Praxis
berührt und was speziell ans unser Land Bezug
hat. Heft 1 bringt einen Artikel über die Stifts-
kirche zu St. Amandus in Urach, Heft 12 eine
Recension über unsere lebte Vereinsgabe. Sehr
wichtig ist in Heft 5 der Artikel von Friedrich
Schneider: Unsere Pfarrkirchen und das Be-
dürfnis; unserer Zeit, welcher Gegenartikel von
A. Reichensperger und I. Prill Heft 7 und 8
hervorgerufen hat; ersterer tritt für einschiffige
Kirchen mit Reihenkapellen, letztere für drei-
schiffige Anlage ein; wir haben die Controverse
int ersten Artikel dieses Jahrgangs gestreift. Von
Beissel und Stummel stammt ein instruktiver
Artikel über die Farbengebung bei Ausmalung
der Kirchen, Heft 9. Eine praktische Anleitung zum
Kunststndium gibt Keppler: Wie studiert man

Knnst? Heft 10. Im zweiten Jahrgang enthält

Heft 1: technische Mittheilungen über Wand-
malerei von Stummel; ebenda ein interessantes
Exemplar einer schmiedeisernen Kanzel in Qber-
diebach bei Bacharach; Heft 2 eine Kritik des
Entwurfs eines neuen Hochaltars für die Marien-
kirche in Hannover, von Münzenberger, nebst
Replik des Architekt Hehl in Hannover in Heft 5;
Heft 3 Rathschläge für die Behandlung alter
reparaturbedürftiger Edelmetallgefässe von Herme-
ling; Heft 4 und 5: Reichensperger: die Restau-
rirnng von Kirchen betreffend; Heft 6: Atz, Be-
obachtungen über kirchliche Wandmalerei; Mengel-
berg: Alte Orgelgehäuse; Heft 8: Beissel, Ver-
zierung spätgothischer Gewölbe.

Der Kirchen sch muck, Blätter des christ-
lichen Kunstvereins der Diöcese Seckau, redig.
von Joh. Graus 1889. 20. Jahrgang. Das
tüchtigste kleinere Organ, sehr sorgfältig redigirt.
Einen besonderen Werth erhält dieser Jahrgang
durch die ausgedehnten Untersuchungen über die
einschiffige Kirche, ihren Ursprung und ihre Aus-
bildung Nr. 2—9; dieselben sollen, Ivie wir hören,
auch separat herauskommen. Andere interessante
Artikel praktischer Richtung: Tabernakel und
Altaraufsatz Nr. 1; die Darstellung des Herzens
Jesu in der bildenden Kunst Nr. 6; die „Briefe
an einen Freund über eine Knnstanschauung"
Nr. 4 ff. wenden sich gegen das scharfe Verbiet
Janssens über die Renaissance überhaupt.

Der Kunstfreund. NeueFolge, herausg.
von Karl A tz und H ans Mad e i n. 5. Jahrg.
1889, von fast ausschließlich praktischer Haltung,
mit der sehr verdienstlichen Kunstgeschichte von
Tirol und Vorarlberg als Beilage. Jede Nummer
bringt eine Menge von Einzelheiten und einen
großen Fragekasten mit Fragen und Antworten
aus dem ganzen Gebiet der Praxis; manche
tüchtige Vorlagen, so für schmiedeeisernen Lichter-
ständer, Schloßschild uub Gitter und für ein
Kreuzostensorinm.

Annoncen.

Bilitui' Mezger/ Maler,

Assistent des f Herrn Kunstmalers

r. üoiü,

hat sich in Sllwaiigcii niedergelassen und em-
pfiehlt sich einer hochwürdigen Geistlichkeit im
Restaurieren von Kirchen, Kapellen re.,
s o w i e i n a l l e n d i e s b e z ü g l i ch e n A r b e i t e n.

Stilgerechte, solide Ausführung bei mäßigen
Preisen.

Wohnung: Schloszvorstadr, LMuangcn a. %

Hiezu eine Vnnstbeilage: Nene Rirche für
Hfahlheiin.

Außerdem liegt dieser Nummer ein Prospekt
bei, behandelnd: „Neisestudien, die Anfänge
der christl. Kunst in den Katakomben, von K.
Arendt, Staatsarchitekt in Luxemburg."

Stuttgart, Buchdruckerei der Akt.-Ges. „Deutsches Volksblatt".
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